Rattenplage in der Friedensstraße? Wann der Eigentümer zahlt und wann die Stadt

dzSchädlingsbekämpfung

Klaus Peter Walter hat seit Jahren immer wieder Probleme mit Ratten. Er und seine Nachbarn bekommen regelmäßig Besuch von den Tieren. Hilfe von der Stadt bekommen sie aber nicht mehr.

Oberaden

, 05.08.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Ratten haben Junge und die gehen hier tagsüber spazieren“, sagt Klaus Peter Walter. Auch im Pool der Nachbarin hätten die Tiere schon gebadet und wenn eine andere Nachbarin nachts von der Arbeit nach Hause komme, liefen sie ihr über die Füße. Warum sich die Tiere ausgerechnet die Häuser an der Friedensstraße ausgesucht haben, ist Walter ein Rätsel. In der Gegend ist es sauber und trocken. „Wir haben extra einen schweren Stein auf die Mülltonne gelegt.“

Rattenplage in der Friedensstraße? Wann der Eigentümer zahlt und wann die Stadt

Walter hat Löcher, aus denen Ratten kamen, mit Glasflaschen gefüllt. © Marcel Drawe

Beschwerden schon vor zehn Jahren

Es ist nicht das erste Mal, dass Walter sich über die Tiere beschwert und es ist auch nicht das erste Mal, dass Schädlingsbekämpfer Fallen an dem Haus aufstellen. Schon vor zehn Jahren habe er Ratten im Keller gefunden. Dort sind sie derzeit nicht mehr, aber dafür liefen sie durch den Garten, sagt Walter. Das Haus, in dem er wohnt, ist durch eine etwa zehn Zentimeter breite Dehnungsfuge mit dem Nachbarhaus verbunden. Dort, wo die Fuge auf den Boden trifft, steht eine Box mit einem Köder, eine Ratte ist noch nicht drin. Die Fuge sei undicht, sagt Walter. Zwar habe der Kammerjäger einen Stein davorgestellt, doch das halte keine Ratten ab.

Rattenplage in der Friedensstraße? Wann der Eigentümer zahlt und wann die Stadt

Die Falle vor dem Haus ist bisher leer geblieben, der Köder wurde nicht angeknabbert. © Marcel Drawe

Stadt bekämpft Ratten nur noch an Einfamilienhäusern und Einliegerwohnungen

Walter weiß, wovon er spricht. Immer wieder hat er auch selbst angepackt, um die Ratten von seinem Wohnsitz fernzuhalten. Da wurden Gläser in Löcher im Boden gesteckt, aus denen die Ratten kommen könnten und undichte Stellen zugegossen. Der Eigentümer des Hauses, die Grundbesitzverwaltung Falk Fischer aus Selm, hat ihn zum Teil dabei unterstützt. Auf erneute Hilfe wartet Walter seit rund zwei Wochen. Da habe er den Eigentümer über das Problem informiert. Seine Nachbarn würden schon gar nicht mehr anrufen. „Die fühlen sich verarscht“, sagt Walter. Die Grundbesitzverwaltung war an diesem Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Die Stadt kann Walter bei seinem Problem laut Heiko Brüggenthies nicht mehr helfen. Seit Anfang diesen Jahres sind die Eigentümer größerer Wohnanlagen selbst für Probleme wie diese verantwortlich – was diesen natürlich nicht gefalle. Doch die Eigentümer könnten die Schädlingsbekämpfung über die Nebenkosten abrechnen, erklärt er. Der Rat habe entschieden, dass nur noch normale Einfamilienhäuser oder Einliegerwohnungen bei Rattenbefall unterstützt werden. Die Stadt hat einen Vertrag mit einer Dortmunder Schädlingsbekämpfungsfirma und die kämen „so oft wie nötig“, sagt Brüggenthies.

Rattenplage in der Friedensstraße? Wann der Eigentümer zahlt und wann die Stadt

Besuch aus der Kanalisation: Ratten wird es immer geben. Damit es keine Überhand nimmt, lässt die Stadt regelmäßig Giftköder verteilen. © picture alliance/dpa

Bergkamen hat kein Rattenproblem

Die Fachleute legen in regelmäßigen Abständen Köder, bis diese nicht mehr gefressen werden. Für die Stadt sei es zu teuer, sich um jeden Rattenbefall zu kümmern, die Kosten haben Überhand genommen. „Die Stadt macht das schon freiwillig, andere Städte machen so etwas gar nicht“, sagt Brüggenthies. Zu viele Ratten gebe es in Bergkamen nicht. Zweimal im Jahr werden durch den Stadtbetrieb Entwässerung Köder in die Abwasserkanäle gesetzt. Auch um rattenfreie öffentliche Wege und Plätze kümmert sich das Ordnungsamt.

Doch rattenfrei wird Bergkamen nie sein. „Es wird immer Ratten geben. Sie werden da sein, solange sie etwas zu Fressen finden.“ Die Stadt könne die Population nur auf einem niedrigen Level halten und das schafft sie bislang auch erfolgreich.

Ein Problem sind aber nicht nur die Ratten, sondern auch die Hysterie um die Tiere. Manch einer habe schon angerufen und sich über massenhaft Ratten beklagt, erinnert sich Brüggenthies. Rattenmassen haben die Kammerjäger aber freilich nicht vorgefunden.

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