„Keine Vergnügungsveranstaltung“: Ratssitzungen in Bergkamen finden statt

dzCoronavirus

Bürgermeister Roland Schäfer sieht keinen Grund, die beiden nächsten geplanten Sitzungen des Stadtrats wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen abzusagen. Er hält sie beide für unbedingt erforderlich.

Bergkamen

, 28.10.2020, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die letzte Sitzung des alten Stadtrats an diesem Donnerstag genau so ausgesehen hätte, wie ursprünglich geplant – dann hätte Bürgermeister Roland Schäfer sie wahrscheinlich abgesagt. Angesichts der hohen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie überlegen viele von Schäfers Amtskollegen, ob die nächste Ratssitzung nicht verschoben oder ganz abgesagt werden kann. Schäfer sieht dazu aber weder die Möglichkeit noch eine Veranlassung.

Festakt nach der Sitzung ist schon seit Tagen abgesagt

Ursprünglich sollte die Sitzung nur eine Art Verabschiedung für den scheidenden Bürgermeister und die Ratsmitglieder sein, die dem neu gewählten Stadtrat nicht mehr angehören. Nach einer kurzen offiziellen Sitzung war ein Festakt mit der Landesministerin Ina Scharrenbach als Referentin geplant.

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Dem Festakt hat Schäfer schon vor Tagen abgesagt. An der Ratssitzung aber hält er fest, weil mittlerweile viele wichtige und unaufschiebbare Punkte auf der Tagesordnung stehen. Unter anderem wollen die Investoren ihre Pläne für das Turmarkaden-Gelände vorstellen. Der Rat muss die richtungsweisende Entscheidung fällen, ob er sie akzeptiert. Außerdem geht es um eine ganze Reihe von Gebührensatzungen für das kommende Jahr, die in diesem Jahr noch beschlossen werden müssen.

So sah es im Ratssaal bei einer Entscheidung zur L 821n aus. Das wäre heute, in der Corona-Pandemie, auch mit weniger Publikum undenkbar.

So sah es im Ratssaal bei einer Entscheidung zur L 821n aus. Das wäre heute, in der Corona-Pandemie, auch mit weniger Publikum undenkbar. © Stefan Milk

Gedanken über eine Absage von Ratssitzungen machten sich vor allem Bürgermeister, die keinen großen Raum für die Sitzung zur Verfügung hätten, sagt Schäfer. Bergkamen hält die Sitzung auch nicht im Ratssaal ab, denn der wäre ihm zu klein. Stattdessen weicht der Rat in die Bogenschießhalle an der Schützenheide aus, nachdem sich die Akustik in der Römerberghalle als zu problematisch erwiesen hat.

Feste Sitzplätze für alle Teilnehmer

Dort gibt es ein rigoroses Anstands- und Hygienekonzept. Wer sich durch den Raum bewegt, muss eine Maske tragen. Es gibt für alle Teilnehmer feste Sitzplätze, die wegen der Nachverfolgbarkeit auch festgehalten werden. Die Halle soll ausreichend gelüftet werden. Schäfer plant sogar eine Sitzungsunterbrechung, um sie einmal komplett durchzulüften. „Das ist eine notwendige Arbeitssitzung und keine Vergnügungsveranstaltung“, sagte er.

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Das gilt nach seiner Ansicht auch für die konstituierende Sitzung des neu gewählten Stadtrats, die für Mittwoch, 4. November geplant ist – ebenfalls in der Bogenschießhalle. Um diese Sitzung komme keine Kommune herum, meint Schäfer. Sie sei sonst nicht handlungsfähig – denn über viele Dinge muss der Rat entscheiden.

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