Ratsentscheid über Ampelmännchen mit Schmunzelfaktor

dzRömer oder Bergleute

Seltene Einigkeit demonstrierte der Rat bei der Entscheidung, ob Ampeln im Stadtgebiet künftig statt mit den üblichen Symbolen nun mit „Bergmännern“ oder auch „Römern“ den Weg weisen.

Bergkamen

, 23.11.2018, 12:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einstimmig folgten die Ratsmitglieder dem Antrag der SPD, die vorgeschlagen hatte, zu prüfen, wo im Stadtgebiet die für Bergkamen so typischen Symbole eingesetzt werden könnten. Mit vielen Schmunzelfaktoren für die Bürger auf der Zuschauertribüne, die nach der Entscheidung über den Befangenheitsantrag der Grünen im Zusammenhang mit der Abstimmung über den Bau der L 821n noch geblieben waren.

„Ich hätte gerne eine Frau“

Die SPD wolle keineswegs die Farben ändern, betonte Fraktionsvorsitzender Bernd Schäfer. Natürlich bleibe Rot weiterhin für „stehen bleiben“ und Grün für „gehen“. Aber Römer und Bergleute statt der üblichen Eurosymbole stünden in Bergkamen für zwei historisch bedeutsame Kapitel und insbesondere die Zeit des Bergbaus habe die Stadt besonders geprägt. Selbst die CDU, die noch vor Beginn der Sitzung einen Antrag gestellt hatte, den SPD-Vorschlag vor einer Abstimmung zunächst an einen Fachausschuss zu verweisen – in erster Linie wegen des möglichen Kostenrahmens – stimmte schließlich zu. Auch wenn für den Vorsitzenden Thomas Heinze ein Bergmann immer eher „schwarz“ sei. Die Idee, einen Teil der Ampeln an ausgewählten Stellen mit individuellen Symbolen auszustatten, gefiel. Angelika Lohmann-Begander (FDP) gab dem Antrag ebenfalls ihre Zustimmung, kommentierte diesen aber mit einem weiteren Vorschlag: „Ich hätte da gerne ´ne Frau“.

Ein Stück Erinnerungskultur

„Natürlich wollen wir schon wissen, was das Ganze kostet“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer. Die Ampelmännchen mit Grubenhelm und einer Bergmannsleuchte gibt es beispielsweise schon seit kurzer Zeit in Duisburg. Da müsse man nun schauen, welche Rechte auf den Motiven lägen und wie teuer es für Bergkamen werden wird, wenn sie hier ebenfalls an einigen Stellen installiert werden. Das könne nicht allzu teuer werden, meinte Schäfer. Etwas anders verhalte es sich mit den Römern, die seines Wissens erst neu gestaltet werden müssten. Aber immerhin sei das Ganze eine „witzige Idee“, die für ihn ein Stück weit zur Erinnerungskultur zähle. Ohnehin sei es ja auch nicht die Masse: „Die wenigsten Ampeln gehören uns.“

Die SPD könnte sich vorstellen, die besonderen Symbole beispielsweise an der Fußgängerampel an der Jahnstraße vor dem Stadtmuseum anzubringen, um so schon auf die Römerausstellung aufmerksam zu machen.

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