Ratschläge für die Eltern der Eltern

Familientreff für alle Generationen

Um den Nachwuchs kümmern sich nicht nur Mutter und Vater, sondern oft auch deren Eltern. Das gibt schon mal Streit zwischen den Generationen – und den will Isabel Veltmann aus dem Familientreff schlichten.

von Sharin Leitheiser

Bergkamen

, 29.11.2018, 11:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ratschläge für die Eltern der Eltern

Normalerweise gibt Isabel Veltmann im Familientreff jungen Eltern Ratschläge für den Umgang mit dem Kind. Aber auch der erste Großelternabend stieß auf Interesse. Milk © Stefan Milk

Großeltern können sich wunderbar einmischen, sind aber auch wichtige Unterstützer in der Kindeserziehung“, findet Isabel Veltmann vom Familientreff. Deshalb lud sie am Mittwoch nicht zum klassischen Eltern-, sondern zum Großelternabend ins Pestalozzihaus.

„Vor Jahren hatte ich die Idee zu diesem Angebot, weil sich beide Generationen immer wieder übereinander beschweren“, verriet die langjährige Elternbegleiterin und Kinderkrankenschwester. Während die Schwiegertochter „nicht konsequent genug“ sei, wolle die Schwiegermutter „das arme Kind schreien lassen, bis ihm die Luft ausgeht.“ Trotz aller Reibungspunkte sei jede Familie, die sich die „Kükenaufzucht“ über mehrere Generationen hinweg teilt, in einer glücklichen Lage. Denn Isabel Veltmann begegnet oft einsamen Müttern, die erfolgreich im Job sind, aber heillos überfordert im Umgang mit ihrem Baby. „Es bedarf eigentlich auch heute noch eines Dorfes, um Kinder großzuziehen, nur bricht dieses Dorf für viele immer mehr weg“, so die Elternbegleiterin.

Auf humorvolle, erfrischend ehrliche und verständnisvolle Art gab sie den 14 anwesenden Großeltern Tipps, um angespannte Situationen mit den eigenen Kindern zu entschärfen und ihre Enkel optimal zu betreuen. „Ein ‚soll ich dir etwas kochen‘ hilft, ein ‚du könntest auch mal wieder Fenster putzen‘ provoziert“, erläuterte Veltmann beispielhaft.

Vom erwachsenen Kind ging es anschließend noch eine Generation weiter: zum neugeborenen Baby. Diskutiert wurde über alle bekannten Stolpersteine vom Durchschlafen über das Bäuerchen bis hin zur Brustentwöhnung und den ersten Erfahrungen mit fester Nahrung.

Erste Hilfe am Kind

„Gebt dem Kind eine Möhre in die Finger und lasst es ausprobieren“, ermutigte Veltmann die Großeltern. Jedes Kind dürfe sich gelegentlich verschlucken. Für den Fall, dass es doch einmal lebensbedrohlich wird, zeigte sie ihnen außerdem eine Art Heimlich-Handgriff für Babys. „Wichtig ist, dass Sie das Kind mit dem Gesicht nach unten auf Ihren Arm legen und ihm erst dann auf den Rücken klopfen. So kann es alles ausspucken- oder husten.“

Großmutter Irene Hlawa, die selbst oft auf ihren einjährigen Enkelsohn Matti aufpasst, nahm die Informationen dankbar auf. Und auch Mattis „andere Oma“ Erika Laske hörte aufmerksam zu. „Viel hatte ich schon vergessen“, gab Hlawa zu, „und in 30 Jahren verändert sich natürlich auch einiges.“ Dennoch werde sie gern vom kleinen Matti auf Trab gehalten. „Momentan will er alles auf einmal: Laufen, Spielen, Klettern und möglichst viele Dinge auf den Boden werfen“, scherzte die Bergkamenerin.

So viel Engagement beeindruckte selbst Isabel Veltmann als erfahrene Fachkraft. Etliche Gesichter waren ihr bei dem Treffen sogar indirekt bekannt. „Es ist auch für mich spannend, heute die Eltern der Eltern kennenlernen zu dürfen, mit denen ich regelmäßig zu tun habe“, so Veltmann. Einen kleinen Rundgang durch den Familientreff gab es am Ende auch noch – inklusive Abstecher in die Bobby-Car-Ecke.

Veltmanns letzter Vortrag in diesem Jahr – ein Praxis-Kurs zum Thema „Erste Hilfe am Kind“ am Mittwoch, 12. Dezember – ist bereits ausgebucht. Für das kommende Jahr seien allerdings wieder allerlei Angebote geplant, versprach sie. „Das neue Programm ist bereits in Druck und wird so schnell wie möglich veröffentlicht.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verkaufsoffene Sonntage

Zumindest rund um den Nordberg könnte es weiter Verkaufssonntage geben

Hellweger Anzeiger Grundschulen

Tische und Stühle in der neuen OGS in Overberge stehen schon - bald kommen die Schüler

Meistgelesen