Rasante Geschichte um die Lichter Bergkamens

dzKrimilesung mit Sunil Mann

Der Schweizer Autor Sunil Mann stellt die Kurzgeschichte vor, die er für „Mord am Hellweg“ geschrieben hat. Einer der Hauptdarsteller ist Bergkamen.

von Coralie Nicolei

Bergkamen

, 10.10.2018, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spannung pur an der Marina Rünthe: Von London direkt nach Bergkamen reiste der Schweizer Autor Sunil Mann. Im Handgepäck hatte er seinen neuen Krimi, der in Bergkamen spielt und den er exklusiv für die „Mord am Hellweg“-Anthologie „Henkers.Mahl.Zeit“ geschrieben hat. Jetzt stellte er ihn am „Tatort“ vor.

„Mord am Hellweg“ ist Europas größtes internationales Krimifestival, das alle zwei Jahre im Herbst von September bis November in der Hellweg Region stattfindet. Ein ganz wichtiger Bestandteil des Festivals ist die Krimi-Anthologie, die für das Festival mit Auftrags-Geschichten zusammengestellt wird. Die Kurzgeschichten spielen dabei in den jeweiligen Orten, in denen das Festival ausgerichtet ist. Die geladenen Autoren recherchieren bereits Monate vor ihrer Lesung vor Ort für ihre Geschichte. Ganz besonders spannend: Die Lesungen werden an außergewöhnlichen Orten, wie in Burgruinen, Industriedenkmälern, in alten Kirchen und neuen Museen, in Polizeipräsidien und Justizvollzugsanstalten, auf Schiffen und in Freibädern oder auf Trabrennbahnen abgehalten.

An einen besonderen Ort kam auch der Schweizer Autor Sunil Mann. Das Trauzimmer an der Marina Rünthe sorgte für düstere Stimmung, passend zum Anlass. Der Schweizer las zuerst 40 Minuten aus seinem aktuellen Roman „Gossenblues“ vor und ging dann zu seiner Kurzgeschichte für Bergkamen über.

In seiner Kurzgeschichte „Die Lichter Bergkamens“ geht es um zwei junge Mädchen, die nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Deshalb klauen sie ein Auto am Straßenrand und begeben sich auf eine rasante Autofahrt, die schwere Folgen für sie haben wird. Denn im geklauten Fahrzeug befindet sich bereits etwas nicht ganz Legales.

Ganz besonders interessant für die Leser sind bei dieser Kurzgeschichte die Orte in Bergkamen, die sie sofort wiedererkennen können – unter anderem das verlassene Hotel, das Sunil Mann in seine Geschichte eingebaut hat.

Mann wurde 1972 als Sohn indischer Einwanderer in Berner Oberland, Schweiz, geboren. Er studierte Psychologie und Germanistik an der Universität Zürich und absolvierte nach dem Abbruch des Studiums die Hotelfachschule Belvoirpark. Zur Zeit ist er als Flugbegleiter tätig, ein Job, der ihm genügend Zeit zum Schreiben lässt. Schließlich veröffentlichte Sunil Mann bereits sieben Kriminalromane und mehrere Kinderbücher. Zahlreiche seine Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet und sein Romandebüt „Fangschuss“ im Jahre 2011 mit dem Zürcher Krimipreis ausgezeichnet.

Hauptprotagonist in seinen Romanen ist der indisch-stämmige Zürcher Privatdetektiv Vijay Kumar.

So auch in seinem siebten Kriminalroman „Gossenblues“ , den er im Trauzimmer den zahlreichen Besuchern vorstellte. Denn Vijays Ermittlungen führen in die Züricher Obdachlosenszene. „Ich habe mich lange Zeit mit den Obdachlosen in Zürich beschäftigt“, sagte der Autor. „Denn wer durch die Schweizer Städte zieht, bemerkt schnell, wie viele Menschen, oftmals auch freiwillig, auf der Straße leben.“ So werden in Zürich mittlerweile Führungen von Obdachlosen angeboten, die zeigen, wie das Leben auf der Straße aussieht. Auch Sunil Mann hat sich auf so eine Tour begeben und danach eine ungewöhnliche Geschichte entworfen.

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