RAG veröffentlich Erkenntnisse zu PCB erst Ende des Jahres

dzPCB-Pilotanlage Haus Aden

Wie viel PCB sich im Grubenwasser auf Haus Aden befindet, wird der Stadtrat nach Angaben der RAG erst Ende des Jahres erfahren. Eigentlich wollte der Rat schneller informiert werden.

Bergkamen

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Bergkamener Stadtrat muss sich nach Angaben der RAG bis Ende des Jahres gedulden, bis Daten zur PCB-Versuchsanlage auf Haus Aden vorliegen. Das Bergbauunternehmen hatte die Versuchsanlage bis Ende März auf der ehemaligen Zeche in Oberaden betrieben und dann nach Ibbenbüren verlagert. In der Anlage hatte das Rheinich-Westfälische Institut für Wasserwirtschaft (IWW) drei verschiedene Methoden erprobt, das PCB aus dem Grubenwasser zu filtern.

Stadtrat will „schnellstmögliche“ Information

Der Bergkamener Stadtrat hatte in seiner vergangenen Sitzung auf Anregung der Fraktion BergAUF eine Resolution beschlossen, die das Bergbauunternehmen auffordert, die Ergebnisse aus Bergkamen „schnellstmöglich“ im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr vorzustellen. BergAUF hatte in seinem ursprünglichen Antrag sogar gefordert, dass die RAG die durch die Messung ermittelten PCB-Werte schon in den nächsten Wochen zu veröffentlicht werden sollen.

RAG veröffentlich Erkenntnisse zu PCB erst Ende des Jahres

Für die Pilotanlage hatte die RAG einen kleinen Teil des Grubenwassers entnommen, das über die ehemalige Oberadener Zeche in die Lippe geleitet wird. © Borys sarad

RAG verweist auf schwierige Berechnung

RAG-Sprecher Christof Beike geht jedoch davon aus, dass das Unternehmen die Werte zusammen mit seinem Abschlussbericht wie ursprünglich geplant erst Ende des Jahres vorlegen wird. Nach seinen Angaben sind die Berechnungen schwierig, weil das Grubenwasser nur sehr gering mit PCB belastet sei und für die Versuchsanlage nur ein kleiner Teil entnommen wurde. „Im Versuch findet die Untersuchung des PCB-Gehalts deshalb an der Grenze zur Nachweisbarkeit statt“, teilte Beike mit. Außerdem sollen auch die Ergebnisse aus Ibbenbüren einfließen. Zurzeit würden die Analytikdaten von Ministerien, Behörden, RAG und IWW ausgewertet.

BergAUF dagegen will aus nicht genannten Quellen erfahren haben, dass die PCB-Belastung im Grubenwasser, das über Haus Aden in die Lippe gepumpt wird, deutlich höher als bisher angenommen ist.

BUND vermutet rund 8000 Tonnen PCB landesweit unter Tage

Kritiker wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gehen davon aus, dass rund 8000 Tonnen Polychlorierte Biphenyle (PCB) unter Tage und dort ins Gestein eingesickert worden sind. PCB wurde im Bergbau als nicht-brennbare Hydraulikflüssigkeit verwendet. Mittlerweile wird PCB als äußerst gefährlich eingestuft. Herstellung und Gebrauch sind international verboten. Kritiker gehen davon aus, dass der Stoff vom Grubenwasser ausgeschwemmt und über die Grubenwasser-Einleitungen in die Umwelt gelangt. Die Pilotanlage auf Haus Aden und in dem ehemaligen Bergwerk in Ibbenbüren soll helfen, einen effektiven Weg zu finden, PCB aus dem Grubenwasser zu filtern. Die Pilotanlage ist nach Angaben der RAG die erste ihrer Art weltweit.

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