Vorboten einer Großbaustelle: An der Ecke Königslandwehr/Am Rotherbach hat ein Bagger die Arbeit aufgenommen. © Stefan Milk
Königslandwehr

RAG verlegt an der Königslandwehr riesige Rohrleitungen

Noch sieht die Baustelle an der Königslandwehr ziemlich unspektakulär aus. Ein paar Container stehen in der Gegend, ein Bagger baggert vor sich hin. Bald allerdings wird dort erheblich mehr passieren.

Vermutlich würden die Anlieger der Straße Am Rothenbach die Bauarbeiten, mit den denen die RAG gerade begonnen hat, verfluchen. Wenn denn Menschen an der Straße am Nordufer des Datteln-Hamm-Kanals leben würden. Dass das nicht der Fall ist, macht der RAG und dem von ihr beauftragten Büro Tillmann Ingenieure aus Recklinghausen die Arbeit erheblich einfacher. Denn die Straße muss gesperrt werden. Für zwei Jahre. Die RAG lässt Rohrleitungen verlegen, die vom Standort des inzwischen demontierten Fördergerüstes von Haus Aden unter dem Kanal hindurch bis in die Nähe der Hammer Straße reichen.

Projektleiter Dirk Weischenberg und Andreas Lissner von der RAG erläutern den Verlauf der Leitungstrasse, die vom Haus-Aden-Gelände unter dem Kanal hindurch bis fast zur Hammer Straße verläuft.
Projektleiter Dirk Weischenberg und Andreas Lissner von der RAG erläutern den Verlauf der Leitungstrasse, die vom Haus-Aden-Gelände unter dem Kanal hindurch bis fast zur Hammer Straße verläuft. © Stefan Milk © Stefan Milk

Natürlich werden Menschen von den Bauarbeiten betroffen sein: Diejenigen, die in der Siedlung Kleine Heide und an der Königslandwehr wohnen. Sie wissen schon, was auf sie zukommt: Der Projektleiter der RAG, Dirk Weischenberg, und Winfried Sommer, Geschäftsführer von Tillmann Ingenieure, haben Flugblätter an die Anwohner verteilen lassen.

Königslandwehr wird zur Einbahnstraße

Denen stehen nicht nur der baustellenbedingte Dreck und Lärm ins Haus, sondern auch Verkehrsbehinderungen. Auch die Kreuzung Königslandwehr/Am Rothenbach wird gesperrt. Die Königslandwehr verwandelt sich dadurch sowohl von der Jahnstraße als auch vom Heiler Kirchweg aus gesehen in eine Sackgasse. Noch herrscht dort aber freie Fahrt. Und die Bauarbeiten sehen eher unspektakulär aus. Ein Bagger baggert auf der Fläche neben der Straße Am Rothenbach vor sich hin.

Auf der anderen Seite der Königslandwehr stehen die Baucontainer. „Hierher können die Anwohner kommen, wenn sie Fragen haben“, sagt Sommer. Wann genau die Sperrschilder aufgestellt werden, weiß er noch nicht. Dafür seien noch einige Abstimmungen nötig.

Aber die Sperrungen kommen. Denn die RAG hat Aufwendiges vor. Sie gräbt gleich zwei „Medienkanäle“ in den Untergrund, wie die Fachleute die Rohre nennen, durch die Leitungen verlaufen. Und dabei geht es nicht um Kleinigkeiten: Einer der Kanälen hat einen Durchmesser von 2,80 Metern, der andere einen von 3,20 Meter.

Ein Blick auf die beginnende Baustelle lässt ahnen, welche Dimension die Baugrube für die Leitungstrasse haben wird. © Stefan Milk © Stefan Milk

Durch letzteren Verlaufen Rohrleitungen, durch die das Regenwasser aus der künftigen Wasserstadt und dem Wohngebiet jenseits der Rotherbachstraße fließen wird. Sie werden benötigt, wenn es stark regnet, und liegen sonst auch mal trocken. Durch den anderen Kanal will die RAG permanent Wasser pumpen: Durch ihn fließt das Grubenwasser in Richtung Lippe. Dafür lässt die RAG gleich zwei Druckrohrleitungen installieren: Eine steht als Reserve zur Verfügung, falls es in der anderen einen Defekt gibt oder sie gewartet werden muss.

Bauarbeiten laufen parallel auf zwei Flächen

Die Bauarbeiten für die neuen Leitungen beginnen parallel an der Königslandwehr auf dem Wasserstadtareal, wo die Öffentlichkeit nicht viel von ihnen mitbekommt. Dort werden Leitungen unterirdisch vorangetrieben. Dafür gibt es zwei Gruben: Eine auf dem früheren Zechengelände, eine am Fuße das Kanaldeiches. Beide sind ziemlich tief: Die neuen Leitungen verlaufen 17 Meter unter der Erdoberfläche.

Auf der anderen Seite baggert der Bagger die Grube für die Leitungen überirdisch auf, was bei dieser Dimension mit einem ziemlichen Aufwand verbunden ist und die Sperrungen erklärt.

Von denen gibt es eine Ausnahme: Die an der Königslandwehr ansässige Firma Metallbau Knepper darf die Straße Am Rotherbach für ihren Lieferverkehr nutzen: Dieser würden sonst durch die Wohngebiete rollen.

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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