RAG sieht keine Gefahr beim Ansteigen des Grubenwassers

dzGrubenwasserhaltung

Die RAG hat auf die Kritik am Ansteigen des Grubenwassers reagiert und weist alle Vorwürfe zurück. Nach ihrer Ansicht kann es zu keinen Umweltschäden kommen – und zu keinen Folgen für das Trinkwasser.

Bergkamen, Kamen

, 03.03.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die RAG kann die Bedenken von Wasserversorger Gelsenwasser zum geplanten Anstieg des Grubenwassers im Ruhrgebiet nicht verstehen. Nach Ansicht des ehemaligen Bergbauunternehmens kann es nicht zu einer Gefährdung des Trinkwassers kommen. Das Grubenwasser halte ausreichend Sicherheitsabstand zu den Trinkwasserschichten. Außerdem ist das Unternehmen der Meinung, dass es sehr wohl eine Schutzschicht zu den Halterner Sanden gibt, wie RAG-Sprecher Christof Beike betont.

RAG: „Trinkwasserschutz hat oberste Priorität“

„Der Trinkwasserschutz hat im Grubenwasserkonzept der RAG oberste Priorität“, teilt Beike in einer Stellungnahme der RAG zu den Bedenken von Gelsenwasser mit. Ein Sprecher des Trinkwasserversorgers hatte befürchtet, dass das Trinkwasser mit dem Grubenwasser in Kontakt kommen und unbrauchbar werden könnte. Dabei fürchtet der Versorger vor allem um das Trinkwasser aus den Halterner Sanden. Das ist eine etwa 200 Meter dicke Sandschicht, in der Trinkwasser gespeichert ist.

Die RAG leitet das Grubenwasser in die Lippe ein. Es soll künftig über Tauchpumpen gefördert werden und von etwa 1000 Metern unter Null auf 600 Meter unter Null ansteigen.

Die RAG leitet das Grubenwasser in die Lippe ein. Es soll künftig über Tauchpumpen gefördert werden und von etwa 1000 Metern unter Null auf 600 Meter unter Null ansteigen. © Archiv

Trinkwasser durch „Emschermergel“ geschützt

Anders als Gelsenwasser hält die RAG ein Aufsteigen des Grubenwassers von der geplanten Höhe von 600 Meter unter N. N. auf Trinkwasserniveau für undenkbar. Die Halterner Sande würden von unten durch eine dicke Lehmschicht abgesichert, argumentiert Beike, den sogenannten „Emschermergel“.

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Der Grubenwasserspiegel werde so eingestellt, dass er deutlich unter dem Emschermergel bleibt, versichert Beike. Der Bereich, der über die ehemalige Zeche Haus Aden entwässert wird, stehe mit den Halterner Sanden ohnehin nicht in Verbindung.

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Der RAG-Sprecher hält auch Befürchtungen, dass Pumpen ausfallen und das Grubenwasser in die Nähe des Grundwassers ansteigen könnte, für unberechtigt. Der geplante Anstieg des Grubenwassers „auf ein Niveau deutlich unterhalb der Trinkwassergewinnungszone“ werde mehrere Jahrzehnte dauern, teilt Beike mit. „Ein Pumpenausfall über mehrere Monate würde nicht ausreichen, dass das Wasser so weit ansteigt, dass ein Kontakt auch nur theoretisch denkbar ist“, schreibt er.

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Beim Ausfall einer Pumpe könnten die anderen die Leistung mit übernehmen. Außerdem lägen immer Ersatzpumpen bereit.

Beike weist außerdem darauf hin, dass es umfangreiche Messungen und Kontrollen zum Anstieg des Grubenwassers gibt – unter anderem über eine neue Leitwarte auf der ehemaligen Zeche Pluto in Herne-Wanne. Nur wenn alle Risiken ausgeschlossen werden könnten, werde das Grundwasserkonzept genehmigt.

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