RAG macht den Deckel auf die letzten beiden Bergkamener Bergbauschächte

dzVerfüllung mit Beton

Fast unbemerkt hat die RAG den Deckel auf ein weiteres Stück Bergbaugeschichte gemacht. Der Schacht Grimberg 2 ist verfüllt. Auf Haus Aden dauern die Arbeiten aus gutem Grund noch länger.

Bergkamen

, 29.12.2019, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit wenigen Tagen hat die RAG ein weiteres Kapitel Bergkamener Bergbaugeschichte abgeschlossen. Das Bergbauunternehmen hat die Verfüllung des Schachtes Grimberg 2 auf der ehemaligen Zeche Monopol beendet. Am Schacht Haus Aden 2 dauern sie noch einige Monate an. Dort ist die Verfüllung deutlich komplizierter, weil der Schacht noch benötigt wird.

Auf der ehemaligen Zeche Haus Aden befindet sich die zentrale Grubenwasserhaltung für das östliche Ruhrgebiet. Sie soll jedoch umgestellt werden. Bisher pumpten fest installierte Pumpen das Grubenwasser in die Lippe. Das verursachte einen beträchtlichen Aufwand, weil immer wieder Techniker anfahren und sie warten oder reparieren mussten.

RAG macht den Deckel auf die letzten beiden Bergkamener Bergbauschächte

Über den Schacht Haus Aden 2 betreibt die RAG die zentrale Grubenwasserhaltung für das östliche Ruhrgebiet. Deshalb werden bei der Verfüllung Hüllrohre für Tauchpumpen eingesetzt. © Borys Sarad

RAG stellt Grubenwasserhaltung auf Tauchpumpen um

Die RAG will die Grubenwasserhaltung auf Tauchpumpen umstellen, die durch sogenannte Hüllrohre hinabgelassen werden. Diese Rohre werden bei der Verfüllung im Schacht Haus Aden 2 installiert. Deshalb dauert die Verfüllung des Schachtes auf Haus Aden deutlich länger.

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Nach Angaben von Eike Strunk von der Pressestelle der RAG in Essen, wurde der Beton zum Verfüllen von Grimberg 2 im sogenannten „freien Versturz“ über eine Bandanlage in den Schacht eingebracht. Mit anderen Worten: Er fiel einfach nach untern.

RAG macht den Deckel auf die letzten beiden Bergkamener Bergbauschächte

Das Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden ist zurzeit fast komplett eine Baustelle. Die Arbeiten für die geplante Wasserstadt Aden sind schon im Gange. Die RAG will eine neue Grubenwasserleitung zur Lippe verlegen. © Borys Sarad

Kompliziertere Verfüllung auf Haus Aden

Auf Haus Aden ist die Verfüllung wesentlich komplizierter. Der Beton wird abschnittsweise über eine Rohrleitung in den Schacht einbracht. In den Beton werden die Hüllrohre eingesetzt. Die RAG geht davon aus, dass der Schacht erst im August komplett verfüllt ist.

Bergbaugeschichte

Der zweitälteste Bergkamener Schacht

  • Der jetzt verfüllte Schacht Grimberg 2 ist der zweitälteste auf Bergkamener Stadtgebiet.
  • Er wurde beim Bau der ersten Bergkamener Zeche Grimberg 1/2 (Später Neu-Monopol und dann Monopol) zwischen 1893 und 1896 geteuft, zunächst bis auf eine Tiefe von 850 Metern.
  • Die Zeche Haus Aden in Oberaden ist wesentlich jünger und wurde in den Jahren von 1938 bis 1943 gebaut. In dieser Zeit wurden auch die Schächte Haus Aden 1 und 2 abgeteuft.

Den Spannbeton, der für die Verfüllung verwendet wird, lässt die RAG für beide Schächte in einer Mischanlage auf dem ehemaligen Monopol-Gelände anrühren. Für Grimberg 2 wurde er direkt vor Ort verwendet, nach Oberaden wird er mit Spezialfahrzeugen transportiert.

Der Beton besteht aus einer von der Bezirksregierung genau festgelegten Mischung aus Sand, Zement und Zusatzstoffen. Es wird während des Einbaus immer wieder von Gutachtern überprüft, ob die Mischung auch stimmt.

Für die Verfüllung des Schachtes Grimberg 2 waren 36.000 Kubikmeter Beton erforderlich, für Haus Aden 2 werden es 28.000 Kubikmeter sein.

Insgesamt sind 41.000 Tonnen Sand und 21.000 Tonnen Zement für die Verfüllung von Grimberg 2 erforderlich. Weitere 31.000 Tonnen Sand und 16.000 Tonnen Zement werden für Haus Aden 2 benötigt.

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Schächte werden erst ab einer bestimmten Tiefe verfüllt

Die Schächte werden nicht bis auf den Grund verfüllt. Das Unternehmen hat vor dem Beginn der Arbeiten eine Art Zwischendecke einziehen lassen - Widerlager, auf die der Beton aufgebracht wurde. Beim Schacht Grimberg 2 liegt sie in einer Tiefe von 708 Metern, auf Haus Aden bei einer Tiefe von 770 Metern.

RAG macht den Deckel auf die letzten beiden Bergkamener Bergbauschächte

Das Schachtgerüst über dem Schacht Grimberg 2 steht unter Denkmalschutz und soll erhalten bleiben. © Borys Sarad

Förderturm über Grimberg 2 bleibt erhalten

Obwohl der Schacht Grimberg 2 komplett verfüllt ist, soll der Förderturm stehen bleiben. Die um 1980 gebaute Dreischeibenanlage ist in Deutschland einmalig und steht deshalb unter Denkmalschutz. Die Stadt Bergkamen will im Rahmen ihres Stadtmittekonzepts „Bergkamen mittendrin“ überlegen, wie das Schachtgerüst in Szene gesetzt und genutzt werden kann.

Im Gespräch war auch eine Nutzung für eine Art Museum zur Bergbaugeschichte der Stadt.

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Auch das sieht bei Haus Aden anders aus. Für die Tauchpumpen wird der Förderturm nicht mehr benötigt. Die RAG will ihn wegen der hohen Instandhaltungskosten abreißen lassen. Er ist nicht einmalig und steht deshalb auch nicht unter Denkmalschutz. Einen Termin für den geplanten Abriss gab es aber bisher nicht.

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