Radikaler Rückschnitt in Schönhausen, um illegalen Müll zu beseitigen

dzGrünpflege

Der Baubetriebshof hat Bäume und Sträucher auf einer Grünfläche an der Hansemannstraße in Schönhausen radikal gestutzt. Das hat auch mit illegal entsorgtem Müll zu tun.

Bergkamen

, 26.02.2020, 13:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich die Grünfläche zwischen der Hansemannstraße und der Töddinghauser Straße in Schönhausen anschaut, kann sie zurzeit kaum noch als solche erkennen. Die Büsche an den Rändern zu den Privatgrundstücken sind so radikal zurückgeschnitten, dass sie fast schon verschwunden scheinen. Rasen gibt es nur noch an einigen Stellen. Etwa die Hälfte der Fläche besteht augenscheinlich nur noch aus dunkler, aufgewühlter Erde.

Stadt dementiert Gerüchte, dass die Grünfläche bebaut werden soll

Das hat dazu geführt, dass in der Siedlung Gerüchte umgehen. Angeblich sollen Mitarbeiter der Stadt geäußert haben, dass die Fläche bebaut werden soll – obwohl sie dafür nicht erschlossen hat. An beiden Seiten führen nur relativ schmale Wege auf das Gelände.

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Der städtische Dezernent Marc Alexander Ulrich beruhigt: Eine Bebauung der Fläche sei nicht geplant, sagt er. Vor Jahren hatte die Stadt zwar überlegt, einen Teil der Grünfläche für Garagen zu opfern. Diese Pläne waren aber am Widerstand der meisten Schönhausener gescheitert.

Der Baubetriebshof in Bergkamen arbeitet schon seit einiger Zeit auf der Fläche. Die Arbeiten sind relativ aufwendig.

Der Baubetriebshof in Bergkamen arbeitet schon seit einiger Zeit auf der Fläche. Die Arbeiten sind relativ aufwendig. © Stefan Milk

Sträucher „auf den Stock gesetzt“

Den Radikalschnitt begründet Ulrich damit, dass nach längerer Zeit Rückschnittmaßnahmen notwendig waren. „Die können wir nur bis zum 29. Februar durchführen, danach sind sie nicht mehr erlaubt“, sagt er.

Die Sträucher würden zwar „auf den Stock gesetzt“. Schon bei der nächsten Vegetationsperiode im Frühjahr und Sommer würden sie aber wieder austreiben und das Grün komme zurück.

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Hinzu kommt nach Ulrichs Angaben, dass die Fläche stark vermüllt war. Unbekannte hatten nach und nach alles mögliche dort entsorgt – vom Grünschnitt aus dem Garten bis hin zu Bauschutt. Die Stadt habe sich jetzt entschlossen, die Fläche gründlich zu reinigen, sagt der Dezernent.

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Zum Teil hätten sich die Mitarbeiter auch den Weg zum mittlerweile überwucherten Müll frei schneiden müssen. „Sie wären sonst gar nicht herangekommen“, sagt Ulrich.

Müllbeseitigung finanzieren die Gebührenzahler

Zur Wahrheit für die Anwohner gehört aber auch, dass die illegale Müllentsorgung auf der Grünfläche erst richtig Fahrt aufnahm, nachdem die Stadt dort einen Haufen aus Strauchschnitt und Ästen liegen ließ. Das war offenbar für einige das Signal, dass sie ihren eigenen Grünschnitt aus dem Garten auch dort entsorgen können.

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Ulrich erinnert daran, dass die Allgemeinheit die Entsorgung von illegal entsorgtem Müll mitbezahlt. Die Beseitigung wird über die Müllgebühren angerechnet.

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