Psychedelisch angehauchte Geigenmusik aus Indien

dzKlangkosmos Weltmusik

Die Besucher des letzten „Klangkosmos Weltmusik“-Konzert 2018 lernten die Klänge der siebensaitigen indischen Geige kennen. Sie erfuhren auch, welche Probleme Musikerinnen in Indien haben.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 18.12.2018, 10:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Schmankerl der Extraklasse verabschiedete sich die Weltmusikreihe „Klangkosmos“ im Trauzimmer der Marina in die Weihnachtspause.

Zu Gast war dieses Mal die indische Geigenvirtuosin Jyotsna Srikanth aus Bangalore in Süd-Indien, die in Expertenkreisen sogar als absolute Meisterin auf der siebensaitigen karnatischen Geige gilt. Für ihre aktuell elf Auftritte im Rahmen 19. Saison der NRW-Weltmusikreihe bildet sie dabei mit dem jungen charismatischen Perkussionisten Abhiram Sahathevan aus London eine faszinierende musikalische Symbiose. Als dritter „Musiker“ war zudem eine elektronische Tanpura fast unsichtbar zugegen, die mit ihrem natürlichen Bordun-Klang die für indische Musik typischen Mantren und Bhajans als Hintergrundbegleitung beisteuerte.

Musikerin und Medizinerin

Neben der etwas psychedelisch angehauchten indischen Geigenmusik gab es für die Zuhörer auch jede Menge Hintergrundinformation. So war es aufgrund der Diskriminierung in Indien lange Zeit nicht erlaubt, erzählte Jyotsna Srikanth, als Frau die siebensaitige indische Geige zu spielen und so musste sie erst einmal mit der europäischen Violine Vorlieb nehmen. Doch gerade das hat dann die abgeschlossene Medizinerin und Pathologin erst richtig angetrieben, neben der indischen auch die europäische Geige zu erforschen und diese in die indische Tradition zu übernehmen und dabei die Techniken und ästhetischen Nuancen beider Musiktraditionen zu verbinden.

Eine besondere Klangsprache

Obwohl die Melodien allesamt für die Gesangstimme geschrieben sind, werden diese von Jyotsna Srikanth ausschließlich instrumental gespielt, da nur so der von ihr entwickelte frei fließende und hypnotisierende Stil in die besondere Klangsprache übersetzt werden kann. Bei den dargebotenen Kompositionen wurde zugleich die spezielle Vielfalt der indischen Musik verdeutlicht, so sind die „Ragas“ reine Melodiestücke, die Talas“ reine Rhythmusstücke, die „Alaps“ Improvisationen ohne Rhythmus, die „Kalpana Swara“ hingegen Improvisationen mit Rhythmus. Der Rhythmus selbst nennt sich „Adi Tala“ und hat einen Zirkel von acht Takten, die mit besonderen Handbewegungen optisch angezeigt werden.

Perkussionist Abhiram Sahathevan zeigte bei dem Konzert zudem, dass er nicht nur ein hervorragender Meister auf der zweifelligen Doppelkonustrommel „Mridangam“ ist, sondern deren Rhythmus auch in der typischen vokal-karnatischen Beatboxing-Percussionssprache „Konnakol“ in faszinierender Weise wiedergeben kann.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger 38 neue Häuser
Im Baugebiet Maiweg rollen bald die Bagger: Hier sollen in einem Jahr Menschen wohnen
Hellweger Anzeiger Kohlekraftwerk Heil
Bürgermeister: Kohle-Entschädigung muss Bergkamen zumindest indirekt zugute kommen
Hellweger Anzeiger mit Videos und Fotos
Er entschied sich für die Heimat: Rudi Hahn tanzte mit David Hasselhoff und Detlef D! Soest
Meistgelesen