Mehrtägiger Prozess: Zweiter mutmaßlicher Vergewaltiger aus Bergkamen steht vor Gericht

dzLandgericht Dortmund

Zwei Mädchen soll ein 24-jähriger Bergkamener vergewaltigt haben. Dann floh er vor der Polizei und wurde im Kreis Coesfeld gefasst. Nun steht der Mann vor Gericht. Der Prozess dauert ein paar Tage länger.

Bergkamen

, 28.01.2020, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine spektakuläre Verfolgungsjagd, die am 11. August vergangenen Jahres in Bergkamen startete und wenige Tage darauf in Senden im Kreis Coesfeld endete. Mit einem Erfolg der Polizei. In Zusammenarbeit mit den Kollegen im Kreis Coesfeld fasste die Kreispolizei Unna den 24-jährigen Flüchtigen. Der Mann wird verdächtigt, zwei junge Frauen vergewaltigt haben.

Der mutmaßliche Täter kam sofort in Haft, nun wird die Staatsanwalt Dortmund am Landgericht über sein Schicksal entscheiden.

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Laut einem Sprecher des Landgerichts Dortmund startet der Prozess in einer Woche. Der Prozessauftakt ist demnach am Dienstag, 4. Februar. Eingeplant sind 13 Verhandlungstage. Der Prozess soll bis zum 24. Juni laufen. Der Fall sei „etwas aufwendiger“, so der Sprecher. Die Beweisaufnahme werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das verwundert nicht wirklich, denn schließlich wurde der 24-jährige mutmaßlich zwei Mal übergriffig. Zunächst soll der Mann am 9. August eine 16 Jahre alte Jugendliche vergewaltigt haben. Sie ging erst zur Polizei, nachdem der zweite Fall öffentlich wurde.

Mutmaßlicher Vergewaltiger begleitet Kamenerin auf dem Heimweg

Der hat sich in den frühen Morgenstunden des 11. August 2019 zugetragen. Der Bergkamener bot einer jungen Kamenerin an, sie nach Hause zu begleiten. Die 21-Jährige nahm das Angebot an.

Der Mann schlug ihr vor, eine Abkürzung zu nehmen – das wurde ihr schließlich zum Verhängnis. Denn auf einer Weise in der Nähe des Klöcknerbahnradwegs soll er sie überfallen haben. Er soll die Frau zu Boden gestoßen und sich auf der Wiese an ihr vergangen haben.

Mehrtägiger Prozess: Zweiter mutmaßlicher Vergewaltiger aus Bergkamen steht vor Gericht

Auf einer Wiese in der Nähe der Werner Straße soll der 24-Jährige im August eine 21 Jahre alte Kamenerin vergewaltigt haben. © Stefan Milk

Die 21-Jährige benachrichtigte sofort die Polizei. Die kannte den jungen Mann schon. Tatsächlich war er Teilnehmer des Rückfallprogramms „Kurs“ („Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“) und bekam regelmäßig Besuch von der Polizei. Bereits 2012 ist er als Jugendlicher wegen einer Vergewaltigung im Kreis Coesfeld zu einer Jugendhaftstrafe verurteilt worden, die er auch verbüßt haben soll, wie die Polizei damals bekannt gab.

Die Suche nach dem 24-Jährigen erleichterte das nicht zu sehr. Denn der Mann scheute keine Mühen, zu entkommen. Es gab nächtliche Suchaktionen und die Ermittler veröffentlichten ein Foto von dem Mann. In Senden kamen sie ihm dann mithilfe aus der Bevölkerung auf die Spur. Ein Zeuge hatte den 24-Jährigen erkannt.

Prozess gegen zweiten mutmaßlichen Vergewaltiger dauert noch an

Derzeit läuft auch der Prozess gegen einen anderen mutmaßlichen Vergewaltiger aus Bergkamen. Er soll zwei Frauen brutal zugerichtet und eine von ihnen vergewaltigt haben. Der Prozess dauert ebenfalls länger. Das 15-jährige Mädchen, das dem Mann zum Opfer gefallen sein soll, hat Angst und weigert sich bisher, eine Aussage zu machen. Die Nebenklageanwältin sagte vor Gericht, „sie lebt in einem Kokon und lässt niemanden an sich heran.“ Sie wollte beantragen, dass das Mädchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des Angeklagten, Rafal S., ihre Aussage macht.

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Der Angeklagte stritt am ersten Prozesstag alles ab und hat sich mittlerweile dazu entschieden, zu schweigen. Dafür sprachen bereits erste Zeugen. Ihn erwartet wohl keine milde Strafe, ein Gerichtssprecher sprach auch von Sicherungsverwahrung.

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