Vergewaltigung in Oberaden: Angeklagter wird womöglich von Rockern bedroht

dzLandgericht Dortmund

Den mutmaßlichen Vergewaltiger einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden erwartet vor dem Dortmunder Landgericht eine harte Strafe. Derzeit hat der Mann aber noch ganz andere Probleme.

Bergkamen

, 12.06.2020, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Prozess um die brutale Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden tritt seit einigen Wochen auf der Stelle. Die Richter sind bemüht, eine frühere Partnerin des Angeklagten als Zeugin zu laden. Sie soll ihnen Auskunft über mögliche Gewaltneigungen des 36-Jährigen geben.

Das Problem ist nur, dass die Frau seit Jahren wieder in Polen lebt und wenig Lust verspürt, für eine Zeugenaussage nach Deutschland zu kommen. Ein förmliches Rechtshilfeersuchen sei zwar auf den Weg gebracht, erklärte der Vorsitzende Richter Alexander Donschen am Freitag. Entschieden sei darüber allerdings noch nicht.

Die Kammer hofft trotzdem, die Vernehmung der Frau Mitte Juli durchführen zu können - entweder persönlich in Dortmund oder per Video-Chat von ihrem polnischen Heimatort.

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Zeugin aus Polen soll kommen

Zuletzt hat die Zeugin den Richtern mitgeteilt, sie habe auch selbst ein Anliegen. Sie würde nämlich nur zu gerne wissen, in welchem Gefängnis der Angeklagte aktuell inhaftiert ist. Offenbar gibt es in Polen noch einen offenen Rechtsstreit zwischen dem Ex-Paar. Und in diesem Zusammenhang sollen wichtige Unterlagen an den Bergkamener zugestellt werden.

Die Frage, in welchem Gefängnis der 36-Jährige in Untersuchungshaft sitzt, ist jedoch so einfach gar nicht zu beantworten. „Mein Mandant wird in Zukunft immer wieder verlegt werden“, sagte Verteidiger Axel v. Irmer am Freitag. Der Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme lässt aufhorchen. „Der Rocker-Club Bandidos ist auf dieses Verfahren aufmerksam geworden. Von dort sind Signale in fast alle Gefängnisse ausgesendet worden, um den Angeklagten ausfindig zu machen“, sagte v. Irmer.

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Aufenthaltsort bleibt geheim

Tatsächlich soll der mutmaßliche Vergewaltiger zuletzt auch schon einmal von Mitgefangenen verprügelt worden sein. Als er am Freitag in den Gerichtssaal geführt wurde, war von äußeren Verletzungen allerdings nichts zu sehen.

Um den 36-Jährigen vor möglichen weiteren Übergriffen zu schützen, soll der Aufenthaltsort ab sofort geheimgehalten werden.

Der Prozess ist nun erst einmal für mehrere Wochen unterbrochen. Erst im Juli sollen die nächsten Verhandlungstage stattfinden. An einem von diesen wird dann ein psychiatrischer Sachverständiger seine Einschätzung zur einer möglicherweise verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten abgeben. Immerhin soll er regelmäßig viel Alkohol getrunken haben.

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