Prozess zu Cannabis-Plantage: Nach dem Urteil atmet der Dealer tief durch

dzLandgericht Dortmund

Im Prozess gegen den Betreiber einer Cannabis-Plantage aus Bergkamen hat das Dortmunder Landgericht das Urteil gesprochen. Der 39-jährige Angeklagte atmete anschließend einmal tief durch.

Bergkamen

, 29.06.2020, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen einen 39-jährigen Mann aus Bergkamen hatten es in sich. Nicht nur, dass ihm rund 60 Drogengeschäfte mit einem Freund vorgeworfen wurden. Darüber hinaus war die Polizei bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im Dezember 2017 auf eine Cannabis-Plantage mit rund drei Kilo Rauschgift gestoßen. Und nicht zuletzt hatten neben den Drogen auch ein Schlagstock sowie mehrere Wurfsterne und Messer gelegen.

Bewaffneter Drogenhandel

Für bewaffneten Drogenhandel sieht das Gesetz eigentlich eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft vor. Doch was tut man nun, wenn man einen Angeklagten vor sich hat, der sämtliche Vorwürfe unumwunden zugibt und außerdem noch nie zuvor Ärger mit der Polizei hatte?

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Staatsanwalt Olaf Glombik gab am Montag in seinem Plädoyer die Richtung vor. „Das hier sind nicht die Fälle, die der Gesetzgeber mit dieser harten Strafandrohung treffen wollte“, sagte der Vertreter der Anklagebehörde.

Minder schwerer Fall

Nach Ansicht des Staatsanwalts sollte der 39-Jährige in den Genuss eines sogenannten „minder schweren Falls“ kommen. Immer dann, wenn die Aspekte, die für einen Angeklagten sprechen, diejenigen, die gegen ihn sprechen, deutlich überwiegen, sollen Richter von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Die Folge: Die Mindeststrafe verschiebt sich massiv nach unten.

Angeklagter hat Job gefunden

Für den Bergkamener sprechende Aspekte gab es in der Tat mehrere. Neben der Tatsache, dass seine Vorstrafenakte noch jungfräulich war, kam vor allem das hinzu: Der 39-Jährige hat sein Leben seit der Entdeckung der Plantage offenbar in den Griff bekommen.

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Er kifft nicht mehr und hat sogar einen Job gefunden, in dem er hervorragende Arbeit macht. Das ist aus einem Zwischenzeugnis seines Chefs zu entnehmen, das er am Montag vorlegte.

Verzicht auf Revision

Am Ende hatten Staatsanwalt Glombik und der Verteidiger des Angeklagten auch die Richter überzeugt. Das Urteil: zwei Jahre Haft auf Bewährung. Damit hat der Angeklagte die Möglichkeit, normal weiterzuarbeiten. Seine Haftstrafe muss er nur dann tatsächlich verbüßen, wenn er innerhalb der nächsten drei Jahre noch einmal straffällig werden sollte.

Auch der Umstand, dass die Richter ihm aufgaben, 3000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen, störte den Angeklagten nicht weiter. Er akzeptierte das Urteil sofort und verzichtete darauf, gegen die Entscheidung Revision einzulegen.

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