Mutmaßlicher Doppel-Vergewaltiger will im April aussagen: Niemand rechnet mit Geständnis

dzLandgericht Dortmund

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Doppel-Vergewaltiger aus Bergkamen soll im April in die entscheidende Phase eintreten. Der Verteidiger des 25-Jährigen kündigte am Mittwoch eine Aussage an.

Bergkamen

, 25.03.2020, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der mutmaßliche Doppel-Vergewaltiger aus Bergkamen will sich Anfang April erstmals zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern. In der Anklage ist von zwei Sexualverbrechen im Sommer 2019 die Rede.

Zunächst soll der 25-Jährige am Koppelteich in Kamen eine Bekannte vergewaltigt haben. Und nur kurz darauf erging es einer 21-Jährigen bei einem gemeinsamen Spaziergang mit dem Angeklagten im Bergkamener Stadtteil Overberge angeblich genauso.

Jetzt lesen

Bislang schweigt der Angeklagte zwar in dem Prozess vor dem Dortmunder Landgericht. Doch aus den Äußerungen und Anträgen von Verteidiger Marco Ostmeyer lässt sich unschwer herauslesen, dass der 25-Jährige die Vorwürfe vehement bestreitet.

Zuletzt hatte der Verteidiger die Vernehmung von drei angeblichen Entlastungszeugen beantragt. Diese sollen aussagen können, dass eines der mutmaßlichen Opfer ihnen gegenüber gesagt habe: „Eine Vergewaltigung war das eigentlich gar nicht.“

Entlastungszeugen sollen kommen

Die drei Zeugen sollen nun Anfang April vom Landgericht befragt werden. Zu diesem Termin ist auch das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer noch einmal geladen worden. Im Anschluss werde sein Mandant dann selbst aussagen, kündigte Ostmeyer am Mittwoch an.

Jetzt lesen

Die 21-jährige Frau, die der Angeklagte in Bergkamen vergewaltigt haben soll, hatte schon bei der Polizei für nachdenkliche Mienen gesorgt. Am Mittwoch vernahmen die Richter die Beamtin als Zeugin, die als erste Kontakt mit der jungen Frau hatte. „Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass sie mir einiges verschwieg“, sagte die Polizistin.

Richter vernehmen Polizeibeamtin

Ihr gegenüber habe die Frau lediglich davon gesprochen, von dem Angeklagten auf den Boden geworfen und an den Brüsten befummelt worden zu sein. „Auf meine Frage, ob es auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, druckste sie ziemlich herum“, so die Beamtin. Sie habe sich das aber mit dem Umstand erklärt, dass bei der Befragung noch eine Bekannte der jungen Frau anwesend war. „Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie in deren Gegenwart nicht alles erzählen wollte“, sagte die Zeugin.

Jetzt lesen

Tatsache ist, dass es in dem Prozess für den Angeklagten um „Alles oder Nichts“ geht. Im Fall eines Schuldspruches muss der 25-Jährige mit einer langen Haftstrafe rechnen – auch, weil er bereits wegen Vergewaltigung vorbestraft ist. Im Jahr 2012 war er brutal über eine 14 Jahre alte Schülerin hergefallen und hatte sie anschließend auch noch mit dem Tode bedroht.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Corona-Krise
Abiturienten aus Bergkamen packen an: Unnaer Tafel plant wieder Lebensmittelausgabe