Professorin erklärt die Suche nach Sprengstoff

dzKinder-Uni

Bei der Kinder-Uni ging es am Freitag um das Thema Sprengstoff. Deshalb löste Prof. Dr. Stefanie Sielemann im studio theater eine Explosion aus – allerdings nur eine sehr kleine.

Bergkamen

, 09.11.2018, 18:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Kind durfte einen „Knallteufel“ auf den Boden werfen. Der Mini-Böller machte seinem Namen alle Ehre. „Auch da ist Sprengstoff drin“, sagte die Chemikerin von der Fachhochschule Hamm-Lippstadt. In größeren Mengen kann dieser Stoff bekanntlich massive Schäden anrichten. Deshalb dürfen explosive Materialien auf gar keinen Fall an Bord eines Flugzeugs. Denn, so erklärte Sielmann den Kindern, im Fall einer Explosion breitet sich die Druckwelle mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Meter pro Sekunde aus. Welche Folgen das haben kann, dokumentierte sie mit dem Foto eines russischen Flugzeuges, das aufgrund eines Bombenanschlags abstürzte.

Aber der Professorin ging es bei ihrer Vorlesung eigentlich nicht um Terror und Attentate, sondern darum, wie man diese verhindert. Deshalb gibt es am Flughafen Sicherheitskontrollen, die die meisten Kinder schon kannten. Man kann das Gepäck per Hand durchsuchen oder mit Röntgenstrahlen durchleuchten. Oder aber man setzt Hunde ein, die Sprengstoff riechen können. „Die werden aber irgendwann müde“, sagte die Professorin. Bei rund 40 Millionen Gepäckstücken, die alleine am Münchener Flughafen im Jahr untersucht werden müssen, wird das schwierig.

Daher befindet sich an den Sicherheitsbereichen ein Gerät namens Ionen-Mobilitäts-Spektrometer (IMS), dessen grundsätzliche Funktionsweise die Wissenschaftlerin den Mädchen und Jungen erklärte. Am Anfang steht ein Wischtest. Das Sicherheitspersonal wischt mit einem Papierstück über eine Hand oder einen Gegenstand, an dem es Sprengstoffspuren vermutet. Die Probe kommt in das IMS, wird erhitzt und mit Gas behandelt. Auf diese Weise lösen sich die Ionen, die einzelnen Bestandteile der verschiedenen Stoffe. Das IMS kann so die spezifischen Bilder der Stoffe, das sogenannte Spektrum, ermitteln. Stimmt es mit dem Spektrum eines Sprengstoffs überein, schlägt das IMS Alarm.

„Beim nächsten Flug könnt ihr den Leuten an der Sicherheitskontrolle erklären, wie so ein IMS funktioniert“, fasste Sielemann den Erkenntnisgewinn der Kinder zusammen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Katholische Kirche

Kurz vor Ostern bekommen die Bergkamener Katholiken die Fusion ihrer Gemeinden zu spüren

Meistgelesen