Probleme mit Elterntaxis nicht nur am Morgen zu Schulbeginn

dzOrdnungsdienst

Die Corona-Krise entlastet den Ordnungsdienst von einer seiner häufigsten Aufgaben. Er muss die Elterntaxis an den Schulen nicht mehr kontrollieren. Dort gibt es vor allem zu einer bestimmten Zeit Probleme.

Bergkamen

, 16.03.2020, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schulen sind ab diesem Montag bis zum Ende der Osterferien geschlossen – und das entlastet den Ordnungsdienst. Einer der Haupt-Einsatzorte der städtischen Ordnungshüter ist tagtäglich von Montag bis Freitag vor den Bergkamener Grundschulen. Der Ordnungsdienst muss dort jeden Tag die Elterntaxis bändigen. Das ist nicht nur morgens, wenn die Kinder gebracht werden, ein Problem.

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Noch schlimmer ist es am Mittag, sagt Heiko Brüggenthies. Er ist Sachgebietsleiter Ordnungsangelegenheiten bei der Stadt, der für die Einsätze des Ordnungsdienstes zuständig ist. Morgens bringen Eltern ihre Kinder, lassen sie nur kurz aus dem Auto und fahren dann weiter. Das führt zwar auch oft zu chaotischen Zuständen, weil sich immer wieder einige Eltern nicht an die Verkehrsregeln halten und die schiere Masse von Fahrzeugen schon oft zu Problemen führt.

Eltern mit Autos warten am Schulschluss auf ihre Kinder

Die größeren Probleme aber gibt es nach Erfahrung des Ordnungsdienstes am Mittag bei Schulschluss. Dann holen die Eltern ihre Kinder ab und sind oft eben nicht sofort wieder weg, sondern blockieren die Straße für eine längere Zeit.„Viele kommen nicht pünktlich bei Schulschluss, sondern sind schon etwas früher da. Dann warten sie vor der Schule, manchmal bis zu zehn Minuten oder einer Viertelstunde“, berichtet der Sachgebietsleiter. Manche Eltern steigen auch aus, um ein wenig mit anderen Wartenden zu plaudern.

An der Schillerschule hat das Halteverbot das Problem verlagert. Jetzt stauen sich die Elterntaxis in der Kurve in der Höhe des Hof Henter.

An der Schillerschule hat das Halteverbot das Problem verlagert. Jetzt stauen sich die Elterntaxis in der Kurve in der Höhe des Hof Henter. © Stefan Milk

Behinderungen für den fließenden Verkehr

Dabei behindern sie den fließenden Verkehr. Das ist nach Brüggenthies´ Erfahrungen vor allem dort problematisch, wo es vor den Schulen auch Durchgangsverkehr gibt: an der Pfalzschule, an der Jahnschule, an der Schillerschule, an der Overberger Schule und an der Freiherr-von-Ketteler-Schule.

An der Jahnschule fahren einige Eltern sogar in die Stichstraße zur Schule, in die sie eigentlich nicht dürfen. An der Overberger Grundschule kommen andere Verkehrsteilnehmer oft nicht mehr durch. An der Schillerschule, die an der stark befahrenen Bambergstraße liegt, hat die Stadt schon ein beidseitiges Halteverbot eingerichtet und die Parkplätze an der nahe gelegenen Feuerwehr gesperrt.

Problem hat sich verlagert

Das hat jedoch nicht dazu geführt, dass die Elterntaxis fernbleiben. Das Problem hat sich nur verlagert - zum Beispiel auf die Kurve in Höhe des Hof Henter.

Hinzu kommt, dass der Ordnungsdienst oft auf wenig Verständnis trifft, wenn er auf Fehlverhalten hinweist. Es komme immer wieder zu Pöbeleien gegen seine Mitarbeiter, sagt Brüggenthies.

Er begrüßt deshalb die Initiative der Schillerschule einen „Laufbus“ einzurichten. Die Schüler sollen sich an einem von insgesamt vier Sammelpunkten in der Umgebung treffen und von dort aus gemeinsam und unter der Begleitung eines oder mehrerer Erwachsener zur Schule gehen.

Nur wenige Eltern holen ihre Kinder zu Fuß von der Schule ab.

Nur wenige Eltern holen ihre Kinder zu Fuß von der Schule ab. © Stefan Milk

Schilder für den „Laufbus“ fehlen noch

Eigentlich sollen an den vier Sammelpunkten Schilder aufgestellt werden, damit Schüler sie leicht finden. Schulleiter Bruno Kohler, der die Initiative zum Laufbus zusammen mit einigen Eltern gestartet hat, stand einige Zeit nicht zur Verfügung, will sich jetzt aber um die Tafeln kümmern. Die Stadt will die Kosten tragen. Auch das Design ist schon abgestimmt.

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Auch wenn eine Mutter berichtet, dass sie in der Regel nur ein Kind zur Schule begleitet hat: Nach den Beobachtungen der Schule hatte sich die Situation auf der Bambergstraße vor der Zwangsschließung wegen des Coronavirus schon ein wenig entzerrt. Einige Eltern hätten sogar einen eigenen Treffpunkt ausgemacht und Kinder von dort zur Schule begleitet, berichtet der Schulleiter.

Er will weiter für den „Laufbus“ werben - und hofft, dass viel mehr Kinder zu Fuß kommen, wenn die Schulen wieder öffnen.

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