Probleme beim „Homeschooling“: Tablets für die Schulen gibt es frühestens im November

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Wenn die Herbstferien enden, kann es schnell sein, dass Schüler in der Corona-Pandemie wieder zuhause lernen müssen. Manchen fehlt das passende Gerät. Die Stadt hat Tablets bestellt. Sie kommen aber nicht so bald.

Bergkamen

, 16.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn jemand ein Tablet oder einen Computer benötigt und das passende Kleingeld hat, geht er ins Geschäfts und nimmt das passende Gerät gleich mit – sollte man meinen. Das ist auch so, wenn man ein Privathaushalt ist, aber nicht bei einer öffentlichen Verwaltung.

Als die Schüler während des Lockdowns ins sogenannte „Homeschooling“ mussten, fiel erst auf, dass viele Familien gar nicht dafür ausgestattet sind. Bei vielen ist allenfalls das Smartphone das einzige Endgerät, das sie im Haus haben. Hinzu kommt, dass manche Haushalte keinen WLAN-Anschluss hatten. Der kommissarische Leiter der Willy-Brandt-Gesamtschule, Dirk Rentmeister, schätzte sogar, dass davon etwa jeder fünfte seiner Schüler betroffen war.

In der Willy-Brandt-Gesamtschule gab es vor den Ferien Homeschooling im Selbstlernzentrum als Alternative zum Lernen zuhause – vor allem für Schüler, die keine entsprechende Ausstattung haben.

In der Willy-Brandt-Gesamtschule gab es vor den Ferien Homeschooling im Selbstlernzentrum als Alternative zum Lernen zuhause – vor allem für Schüler, die keine entsprechende Ausstattung haben. © Stefan Milk

Komplizierter und langwieriger Bestellprozess

Jetzt hat das Land zwar Geld ausgeschüttet, um die digitale Infrastruktur an Schulen zu verbessern. Geld, das vor allem für die Anschaffung von iPads für Schüler und Lehrer vorgesehen ist, die ihnen die Schulen als Leihgerät zur Verfügung stellen. Die Zusage, dass das Geld fließt, hat das Land zwar schon zu Beginn des Schuljahres gegeben. Die Geräte, die davon angeschafft werden, sind aber frühestens im November da, sagt Schuldezernentin Christine Busch.

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Sie konnte sie nicht einfach beim nächsten Fachhändler oder im Internet bestellen, sondern musste erst einmal den offiziellen Förderbescheid abwarten. Danach musste die Anschaffung ausgeschrieben und das günstigste Angebot ausgesucht werden – unter Einhaltung aller Anti-Korruptionsrichtlinien und sonstiger Vorschriften. „Schnell und unbürokratisch“, wie es gerne heißt geht vermutlich anders.

Auch der Anschluss mit Glasfaserkabel dauert für die meisten Schulen noch eine beträchtliche Zeit.

Auch der Anschluss mit Glasfaserkabel dauert für die meisten Schulen noch eine beträchtliche Zeit. © dpa

Anschluss mit Glasfaserkabel kommt erst in einiger Zeit

Auch eine zweite Baustelle beim digitalen Ausbau der Schulen lässt sich nicht so schnell beheben, wie es Dezernentin und Schulen vermutlich gerne hätten. Die meisten Schulen klagen über eine äußerst langsame Datenleitung. Sie wünschen sich einen Glasfaseranschluss, der beim Down- und Upload großer Leistungsfähigkeit garantiert. Daran arbeitet der städtische Eigenbetrieb Breitband Bergkamen (BBB) schon mit Hochdruck.

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Trotzdem wird es noch eine beträchtliche Zeit dauern, bis alle bürokratischen Hürden vom Antrag für Fördermittel bis zur Ausschreibung von Planung und schließlich Bau der schnellen Leitungen abgeschlossen sind. Nur eine Bergkamener Schule ist ausgenommen: Die Freiherr-von-Ketteler-Grundschule hat sich in weiser Voraussicht anschließen lassen, als Helinet vor Jahren im Ortsteil Glasfaserkabel verlegte.

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