Ansteckendes Stein-Fieber: „Pottsteine“ gibt es jetzt endlich auch in Bergkamen und Kamen

dzMit Anleitung

Bunte Steine verteilen und finden: Dieser Trend verbreitet sich gerade in ganz Deutschland. Auch Bergkamen und Kamen hat der Hype ums Steinebemalen und -suchen jetzt erreicht. Aber da geht noch mehr.

Bergkamen, Kamen

, 21.08.2019, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Farbenfrohe Tiere, die Skyline der Lieblingsstadt, Disneyfiguren, Symbole oder gar richtige Gemälde: Am Wegesrand findet man vielerorts bemalte Steine, manche sind auch versteckt und wollen sich nicht ganz so einfach finden lassen. Wer die Steine entdeckt, nimmt sie mit und behält sie – oder legt sie an einer anderen Stelle wieder aus.

„Wenn wir unterwegs sind, haben wir schon Bauchkribbeln, weil wir denken, dass wir vielleicht bald einen finden.“
Daniela Rörke

Viele lassen sich von dem Hype infizieren und malen auch selber Steine an, die sie dann verteilen. Es ist ein Trend, der sich in Deutschland ausbreitet wie ein Fegefeuer – ein Blick in die sozialen Netzwerke reicht, um zu erkennen, dass nicht nur Kinder, sondern auch Tausende Erwachsene Freude am Bemalen und Suchen gefunden haben. In den Gruppen werden Funde gepostet und Stellen verraten, an denen neue Steine ausgesetzt werden. Der Hype um die bunten Steine breitet sich jetzt auch in Kamen und Bergkamen aus – langsam aber sicher. Noch steckt er zwar in den Kinderschuhen. Aber die Kreativen, die bereits angesteckt wurden, hoffen, dass sie nicht mehr lange alleine sind.

Eine der ersten Personen, die in Bergkamen Steine bemalt und ausgelegt hat, ist Daniela Rörke. Sie ist zufällig auf die Aktion gestoßen. Ihre Großcousine wohne in Schleswig-Holstein und sammle dort „Elbsteine“. In einer entsprechenden Facebookgruppe werden die Bilder von den Steinen gepostet. Im Ruhrgebiet haben Rörke und ihre Schwester, die ebenfalls Steine bemalt, das Pendant zu den Elbsteinen entdeckt – die Pottsteine.

Ansteckendes Stein-Fieber: „Pottsteine“ gibt es jetzt endlich auch in Bergkamen und Kamen

Eine ganze Familie im Steinfieber: Eva Schramek und ihre Kinder Ayleen und Fabio waren in den Ferien fleißig. © privat

Pottsteine machen das Ruhrgebiet bunt
Steine bemalen

Regeln und Anleitung

Das Prinzip ist einfach: Steine werden bemalt und draußen verteilt.
So wird aus einem Stein ein Kunstwerk:
1. Steine kaufen oder sammeln. Sie sollten gut in die Hosentasche passen. 2. Mit bestmöglich umweltfreundlichen Farben den Stein mit Pinsel oder Stift bemalen. 3. Damit das Bild später in den sozialen Medien landet, sollte auf der Rückseite „#Pottsteine“ stehen. 4. Fixiermittel oder Klarlack auftragen, damit der Stein wetterfest ist und die Farbe lange hält. 5. Schuhe an und draußen auswildern.
Hinweise: 1. Steine sollten nicht beklebt werden. 2. Keine Steine auf Fahrzeuge, in Geschäfte, in Lebensmittel- oder Kühlregale legen. 3. Keine Steine aus Vorgärten oder Blumenkübel nehmen (es sei denn, man hat die Erlaubnis). 4. Keine Steine auf öffentliche Wiesen legen, da diese Rasenmäher beschädigen können. 5. Laut der Pottsteingruppe bei Facebook ist es nicht Sinn der Sache nachzufragen, wo der Stein liegt. „Entweder du hast Glück und findest einen Stein oder sogar mehrere, oder eben nicht.“ 5. Auch politische Ansichten sind unerwünscht: „Die Steine sollen dem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“
Quelle: Facebookgruppe „Pottsteine - Wir machen den Ruhrpott bunt“

„Wir machen den Ruhrpott bunt“ steht in der Facebookgruppe, die bereits über 1000 Mitglieder hat. Auch die Gruppe „RuhrpottSteine ... mit Farben Freude schenken“ wächst an. Dort posten über 700 Mitglieder ihre Kunstwerke – einige davon sind Kamener und Bergkamener. Die Bergkamenerin Daniela Rörke hat etwa 30 bis 40 Steine bemalt, gefunden hat sie bisher noch keinen. Dennoch halten sie und ihre Kinder stets die Augen offen: „Wenn wir unterwegs sind, haben wir schon Bauchkribbeln, weil wir denken, dass wir vielleicht bald einen finden“, sagt sie.

Doch nicht nur das Suchen nach Steinen hat seinen Reiz.

Wer einen bemalten Stein findet, postet ihn gleich in einer Facebookgruppe und so erreicht das Bild auch den Künstler. „Es ist toll, zu sehen, wie viel Freude man den Menschen macht – und wie weit die eigenen Steine gereist sind.“

Rörke hat schon immer gern gemalt, ihr fehlt jedoch häufig die Zeit. Auf den kleinen Steinen kann sie ihre Kreativität und ihr Talent ausleben. Sie zu bemalen nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. „Ich male gerne realistische Motive“, sagt Rörke. Wer also einen Stein von ihr findet, darf sich glücklich schätzen. Es sind kleine Kunstwerke.

Ansteckendes Stein-Fieber: „Pottsteine“ gibt es jetzt endlich auch in Bergkamen und Kamen

Auf dem Stein, den Fabio gefunden hat, ist eine Lego-Ninjago-Figur zu sehen. Der Zweijährige liebt diese Fernsehserie und möchte seinen Stein nicht mehr hergeben. Dafür bemalt und verteilt er eigene Steine. © privat

Spaziergängern und Kindern eine Freude machen

Rörke hat nicht nur ihre Schwester angesteckt, sondern auch ihre Freundin Eva Schramek. Schramek und ihre zwei Kinder verteilen ebenfalls fleißig Steine in Bergkamen. Eigentlich sollte es eine Ferienbeschäftigung sein, sagt die Bergkamenerin. „Aber wir machen weiter.“ Familie Schramek will ihre Steine auf dem Weg zum Kindergarten verteilen, um den Kindern eine Freude zu bereiten. „Aber es gehen hier auch viele mit ihren Hunden spazieren“, so Schramek.

Finder gibt es in Bergkamen und Kamen also reichlich – nun fehlen noch Künstler. Einige gibt es offensichtlich schon, doch es dürfen noch mehr werden, wenn es nach Schramek und Rörke geht. Bei Familie Schramek gab es übrigens schon einen Fund. Und der wird wohl auch nicht mehr ausgesetzt, weil der zweijährige Fabio sich so sehr darüber gefreut hat. Er sei strahlend reingekommen und habe stolz den Stein präsentiert, den er ganz in der Nähe des Hauses gefunden habe, erzählt Schramek. „Wo genau er lag, weiß ich nicht, denn er war so aufgeregt, dass er es mir nicht genau sagen konnte.“

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Ayleen und Liam bemalen auch selbst Steine. © Stefan Milk

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Zum Schulanfang legen viele lustig bemalte Steine für Kinder aus. © privat

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