Marco Morten Pufke (46) will der erste CDU-Landrat im Kreis Unna werden

Kommunalwahl 2020

Schafft es die CDU, die SPD-Vorherrschaft im Kreis Unna nach 70 Jahren zu brechen? Die Chancen für die Christdemokraten um Landratskandidat Marco Morten Pufke (46) stehen jedenfalls so gut wie nie.

Kreis Unna

, 04.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marco Morten Pufke (46), Landratskandidat der CDU im Kreis Unna, am Beversee in Bergkamen.

Marco Morten Pufke (46), Landratskandidat der CDU im Kreis Unna, am Beversee in Bergkamen. © Kevin Kohues

Den Ort hat der Kandidat trefflich gewählt. Hier, auf der neuen Aussichtsplattform am Beversee, fühlt Marco Morten Pufke (46) sich sichtlich wohl. Kein Wunder, bietet die Kulisse mit dem See, Wald und Kraftwerk Heil doch die perfekte Symbiose aus Industriekultur und Naturschutzgebiet. Am Rande lässt der adrett gekleidete Personalberater nicht unerwähnt, dass er sich beim Regionalverband Ruhr (RVR) selbst dafür eingesetzt hat, dass die bei Wanderern jetzt schon sehr beliebte Aussichtsplattform hier errichtet wird.

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Entweder Oder mit Marco Morten Pufke

Pufke, der gern mit „MMP“ kürzelt und für sich den Internet-Hashtag „#mmpcdu“ einführte, hat derzeit allen Grund, gut gelaunt zu sein. Seine CDU ist seit der Corona-Krise bundesweit im Umfragehoch, die SPD seit Jahren im Sinkflug, auch im Kreis Unna.

Von einer absoluten Mehrheit, wie sie der langjährige Landrat Michael Makiolla zuletzt 2014 einfuhr, kann sein Nachfolgekandidat Mario Löhr nur träumen. Es könnte spannend werden in einer möglichen Stichwahl.

Doch zunächst gilt es für Pufke, im Wahlkampf mit seinen Themen zu punkten.

Vier Grundsätze hat er auf seiner Webseite aufgelistet, sie lauten „Wirtschaftliche Vernunft“, „Effiziente Verwaltung“, „Starke Polizei und Feuerwehr“ und „Sichere Arbeitsplätze“.

Klingt alles mehrheitsfähig, aber wie will er das umsetzen?

Stichwort Wirtschaft: Pufke will die Wirtschaftsförderung des Kreises (WFG) von unnötigen Aufgaben entlasten, damit sie sich ganz auf ihre Kernaufgabe konzentrieren könne: „Menschen brauchen Arbeit und Arbeit braucht Fläche.“ Und was kann dafür wegfallen? Pufke: „Es muss nicht jede Ausschreibung darauf kontrolliert werden, ob das Gender-Sternchen richtig gesetzt ist.“

Stichwort Verwaltung: An manchen Stellen könne das Miteinander verbessert werden, findet Pufke und nennt als Beispiel das Spannungsfeld Umweltamt und Landwirte: „Man sollte sich mehr als Partner denn als Gegner sehen.“ Außerdem soll ein „Verwaltungslotse“ helfen, bürgerfreundlicher zu werden. Pufkes Traum: ein Ansprechpartner, der dem Bürger bei komplexeren Verfahren wie Baugenehmigungen sagt: „Ich manage das für Dich.“

Stichwort Sicherheit: Auf seinen Social-Media-Kanälen verbreitete Pufke kürzlich schon eine gute Nachricht: Die Polizei bekomme zusätzliches Personal. Exakt 9,61 zusätzliche Stellen, netto sei ab September eine Streifenwagenbesatzung mehr auf den Straßen. So solle es in den nächsten Jahren weitergehen.

Pufke bekennt sich zur Kultur und zum RS1

Bemerkenswert in Pufkes Programm ist freilich ein anderer Passus, nämlich der über die Kulturarbeit des Kreises. In der Vergangenheit vertrat die CDU die Auffassung, dass der Kreis hierfür eigentlich nicht zuständig sei und stellte etwa die Mitträgerschaft des Orchesters Neue Philharmonie Westfalen (NPW) in Frage. Jetzt klingt das anders. Marco Morten Pufke will an den kulturellen Säulen nicht rütteln, weder an der NPW noch an Haus Opherdicke oder Schloss Cappenberg. „Diese kulturellen Leichttürme strahlen weit in die Region“, sagt Pufke – und das werde mit ihm als Landrat auch so bleiben.

Ebenso legt der CDU-Kandidat – obwohl selbst eher Auto- als Fahrradfahrer – ein klares Bekenntnis zur Umsetzung des Radschnellwegs RS1 ab. In den nächsten fünf Jahren könne das gelingen, sagt Pufke, wenn auch mit einem kleineren Standard als im „Kernruhrgebiet“, also weniger breiten und nicht durchgehend beleuchteten Wegen.

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle fünf Landratskandidaten ausführlich vorstellen.
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