„Pool auffüllen ist der Klassiker“: Skurrile Anfragen bei der Freiwilligen Feuerwehr

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Nein, die Freiwillige Feuerwehr füllt keine Pools auf. Das wäre sogar Diebstahl, erklärt Dirk Kemke, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen. Er weiß, warum solche Anfragen trotzdem kommen.

Bergkamen

, 01.08.2019, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es im Sommer heiß ist und es schnell gehen soll mit dem Befüllen des heimischen Pools, dann greift der eine oder andere Bergkamener schon mal zum Hörer. Er wählt die „112“ und fragt tatsächlich, ob die Feuerwehr kommen kann, um den Pool aufzufüllen. „Pool auffüllen ist der Klassiker“, sagt Dirk Kemke, Leiter der Feuerwehr. In den vergangenen Jahren habe es solche Anfrangen immer wieder gegeben. Aber auch Bäume fällen oder Wurzeln herausziehen sollten die Feuerwehrleute in Bergkamen schon. Ob er und seine Kameraden beim Umzug oder Entrümpeln helfen, habe man ihn noch nicht gefragt, sagt Kemke. Gehört hat er von solchen Fällen aber freilich schon.

Die Feuerwehr hilft, wo sie kann. Den Pool befüllt sie trotzdem nicht

Die Freiwillige Feuerwehr werde als stehende Gemeinschaft wahrgenommen, die hilft, wo sie kann. Sie ist im Ort verwurzelt und oft präsent. Helfen wolle man immer, betont Kemke, aber es gibt Grenzen. An den Kopf packt sich der Leiter nicht, wenn wieder jemand anruft und fragt, ob nicht mal eben das Löschfahrzeug vorbeifahren kann, um das Planschbecken aufzufüllen. Jede Anfrage werde ernst genommen, betont er. Aber wenn es um den Notfall geht, dass der Pool sich nicht schnell genug befüllen lässt, kann Kemke nicht helfen. Dass die Wehr keine Pools befüllt, hängt nicht nur damit zusammen, dass sie in Bergkamen schon genug zu tun hat. Ein privates Becken mit Stadtwasser aufzufüllen wäre auch Diebstahl, weiß Kemke. Die Feuerwehr dürfe das Sammelwassersystem der Stadt anzapfen, um es für die Brandbekämpfung zu nutzen. Es gebe eine Vereinbarung mit der Stadt. Privatleute müssen dafür zahlen.

„Pool auffüllen ist der Klassiker“: Skurrile Anfragen bei der Freiwilligen Feuerwehr

Dirk Kemke ist der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Bergkamen. Er hilft gerne, aber nicht beim Befüllen des Pools. © Stefan Milk

Standrohre bei den Stadtwerken ausleihen

Würden sie einfach das Löschwasser der Stadt anzapfen, wäre das ein Verstoß gegen das Gesetz. „Wasser kostet Geld“, sagt Kemke. Die Leute riefen nicht an, damit der Pool schneller aufgefüllt ist, sondern, weil sie nichts dafür bezahlen möchten. Doch da spielt die Freiwillige Feuerwehr in Bergkamen nicht mit. „Man hilft wo man kann, aber im Rahmen der gesetzlichen Richtlinien“, sagt Kemke. Wer trotzdem anruft, dem rät Kemke den Gang zu den GSW. Dort kann man sich Standrohre ausleihen, die man an das Wassernetz anschließen kann. An den Rohren befinden sich Wasserzähler. Das entnommene Wasser wird nach dem jeweils gültigen allgemeinen Tarifpreis für Trinkwasser abgerechnet. Zusätzlich ist eine Tagesgebühr und eine Kaution zu entrichten.

Viele befüllen Pool mit Standrohren der GSW

Dass Menschen vorbeikommen, um sich ein Standrohr bei den GSW auszuleihen, ist laut Pressesprecher Tim Jonas keine Seltenheit. Es gebe zwar auch Personen, die die Standrohre für den Bau von Eigenheimen brauchen, aber die meisten leihen sie laut Jonas tatsächlich zum Befüllen ihrer Pools aus. „Das rechnet sich“, sagt der Sprecher. Duch die speziellen Rohre fliesst eine viel größere Menge Wasser als durch normale Gartenschläuche. Es geht deutlich schneller. Das Abwasser müssen die Poolbesitzer übrigens trotzdem zahlen. Die GSW zählen das Frischwasser und geben die Zahlen an die Stadt weiter. Die ist laut Jonas für die Abwassergebühren verantwortlich.

Wer seinen Pool spontan befüllen will, kann einfach zu den GSW an die Wilhelm-Bläser-Straße 1a in Kamen fahren und dort nach einem Standrohr fragen. Montag bis Donnerstag können die Rohre zwischen 7 und 12 Uhr sowie 13 und 16 Uhr abgeholt werden. Am Freitag ist die Abholstelle zwischen 7 und 12 Uhr geöffnet.

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