Polizei fahndet mit Hubschrauber nach Vergewaltiger

dzVergewaltigung an Werner Straße

Die Polizei fahndet auch mit dem Hubschrauber nach dem Bergkamener, der am Sonntag eine 21-Jährige aus Kamen vergewaltigt haben soll. Die Opferschutzbeauftragte der Polizei steht der jungen Frau bei.

Bergkamen

, 12.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Polizei kennt seinen Namen und weiß, wo er wohnt. Trotzdem fahndet sie noch nach dem 24 Jahre alten Bergkamener, der am frühen Sonntagmorgen eine 21-Jährige aus Kamen vergewaltigt haben soll. Dafür setzte sie am Montagnachmittag zeitweise auch einen Hubschrauber ein, der über dem Westen von Oberaden kreiste. Zeugen, denen der 24-Jährige bekannt ist, meinten ihn am Montagnachmittag im Bereich Sundern in Oberaden gesehen zu haben.

Fahndung am Boden und in der Luft

Die Polizei startete daraufhin umfangreiche Fahndungsmaßnahmen mit Unterstützung des Hubschraubers. „Der Bereich, der direkt an den Kanal grenzt, ist so unübersichtlich, dass wir gehofft haben, aus der Luft Erkenntnisse zu gewinnen“, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Polizei in Lünen ist alarmiert.

Am Spätnachmittag brach der Hubschrauber die Suche zunächst ab. Am Boden suchten Polizisten weiter nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger.

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Mutmaßlicher Täter einschlägig vorbestraft

Die 21-Jährige war mit dem Mann arglos gegen 3.45 Uhr am Sonntagmorgen auf der Werner Straße unterwegs. Der 24-Jährige schlug vor, eine Abkürzung zu nehmen. Die 21-Jährige ging mit. Auf einer Wiese bedrohte der 24-Jährige sie, stieß sie zu Boden und verging sich an ihr.

Der Frau gelang es schließlich wegzulaufen. Sie schellte bei Anwohnern, die sich um sie kümmerten und die Polizei riefen.

Erinnerung an Vergewaltigung in Oberaden

Die Tat ließ bei vielen Bergkamenern Erinnerungen an eine Vergewaltigung vor einem Monat in Oberaden wach werden. Dort hatte ein Mann mit einer Pistole Mitte Juli eine 15-Jährige niedergeschlagen, sie schwer verletzt und sich an ihr vergangen.

Polizei fahndet mit Hubschrauber nach Vergewaltiger

Die Beratungsstelle des Frauenforums in Unna hilft Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. © picture alliance / dpa

Opferschutzbeauftragte kümmert sich um Vergewaltigungsopfer

Mittlerweile kümmert sich Kriminalhauptkommissarin Bettina Dresselhaus, die Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Unna, um das Opfer. Sie begleitet Opfer von Straftaten bis zum Strafprozess und zum Teil auch darüber hinaus. Bei Opfern von Sexualdelikten sei es meist auch wichtig, eine psychologische Betreuung zu vermitteln, sagt sie. Die kann es zum Beispiel schnell in einer Traumaambulanz geben.

„Die Schuld hat immer und ausschließlich nur der Täter.“
Bettina Dresselhaus, Opferschutzbeauftragte

Bei der Betreuung der Opfer komme es darauf an, sie davon zu überzeugen, dass sie keine Mitschuld an dem Verbrechen haben. „Die Schuld hat immer und ausschließlich nur der Täter“, sagt Dresselhaus. Die Schuldzuweisung an sich selbst sei aber eine normale Reaktion von Opfern.

Ansprechstelle für Opfer sexueller Gewalt

Beratungsstelle

Hilfe und Rat für Opfer sexueller Gewalt

Opfer sexueller Gewalt können sich an die Frauen- und Mädchenberatungsstelle des Frauenforums im Kreis Unna, wenden, Hansastr. 38, 59425 Unna. Die Beratungsstelle ist unter Tel. (02303) 82202 zu erreichen. Auch am Abend und am Wochenende steht das bundesweite Hilfetelefon unter der kostenlosen Rufnummer (0800)0116016 zur Verfügung. Dort gibt es Beratung auch in verschiedenen Sprachen.

Eine Ansprechstelle für Opfer von sexueller Gewalt ist auch die Frauen- und Mädchenberatung beim Frauenforum in Unna. Dort können sich auch Opfer melden, wenn die Tat nicht unmittelbar bei der Polizei bekannt geworden sind. Die Stelle berät Frauen, wie sie Beweise sichern können und bereitet sie darauf vor, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Es bittet die Polizei zum Beispiel, eine Beamtin zu schicken, erklärt Karin Gottwald vom Frauenforum.

Einen generellen Tipp, wie sich Frauen verhalten sollen, wenn sie von Vergewaltigung bedroht sind, hat Gottwald nicht. Helfen könne ein Selbstbehauptungstraining, wie es die Polizei anbietet, damit Frauen nicht sofort den Eindruck eines Opfers machen. Hilfreich könnte auch ein Alarm sein, der viel Lärm macht und Täter möglicherweise verschreckt. Meist seien Opfer aber nicht mehr zu rationaler Überlegung fähig, sondern handeln wie alle Menschen instinktiv. „Dann gibt es zwei automatische Reaktionen: Flucht oder Schockstarre.“

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