Die Pizzeria „Da Giorgio“ ist seit dem Brand am 8. März geschlossen. Jetzt gibt es für den Inhaber Giacomo Alioto endlich eine Perspektive, sie wieder zu eröffnen. © Michael Dörlemann
Brand an der Pfalzstraße

Pizzeria seit Wochen wegen Brand geschlossen – aber es gibt Hoffnung

Schon seit fast zwei Monaten ist die Pizzeria „Da Giorgio“ wegen eines Brandes geschlossen und die Mieter können nicht ins Haus. Jetzt endlich können die Brandschäden beseitigt werden.

Giacomo und Milena Alioto sind verzweifelt. Das Ehepaar betreibt die Pizzeria „Da Giorgio“ an der Pfalzstraße und war eigentlich recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Das Ladenlokal ist ohnehin zu klein, um dort zu essen und Giacomo Alioto konnte seinen gewohnten Abhol- und Lieferservice aufrecht erhalten.

Bis zur Nacht vom 7. auf den 8. März. Damals brach ein Brand in einer Wohnung im Obergeschoss des Hauses aus, in dem sich die Pizzeria befindet. Seitdem ist das Geschäft der Aliotos geschlossen. Eigentlich hatte das Ehepaar aus Holzwickede sogar noch Glück im Unglück. Die Geschäftsräume wurden durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr war schnell genug, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Die Räume sind noch nicht einmal verrußt.

Die Arbeiten in dem Haus an der Pfalzstraße sollen am kommenden Montag beginnen. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Trotzdem können sie die Pizzeria immer noch nicht wieder nutzen. Der Strom im Haus ist abgestellt, die Heizung ebenfalls. Bei dem Brand war die elektrische Installation im Haus in Mitleidenschaft gezogen worden.

Auch alle Wohnungen sind zurzeit nicht bewohnbar

Die Eheleute Alioto sind nicht die einzigen im Haus, dir zurzeit große Probleme haben. Auch die Wohnungen sind zurzeit alle unbewohnbar. Mieter Jan Hoffmann, der noch eine ältere Nachbarin gerettet hat, wohnt abwechselnd im ehemaligen Kinderzimmer bei seinen Eltern oder bei seiner Schwester, wie er berichtet.

Ein Ehepaar mit Kindern, das erst aus beruflichen Gründen vor einem halben Jahr nach Bergkamen gezogen war, habe noch nicht einmal Verwandte in der Region, berichtet Hauseigentümer und Vermieter Peter Noisten aus Holzwickede. Um nicht in die städtische Notunterkunft ziehen zu müssen, sei die Familie in eine Monteurswohnung gezogen. „Die Mieter tun mir unendlich leid“, sagt Noisten.

Er selbst musste bis jetzt mit der Versicherung um die Finanzierung der Reparatur- und Sanierungsarbeiten kämpfen, wie er berichtet.

Bisher ist der immer neue Termin zur Wiedereröfffnung nur die Hoffnung der Inhaber der Pizzeria. In etwa zehn Tagen soll es tatsächlich so weit sein, sagt der Vermieter. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Knackpunkt sei die Elektrik gewesen. Er habe im Interesse seiner Mieter eine sogenannte „Neuwertversicherung“ abgeschlossen. Sie beinhalte, dass auch die Elektroanlage Neubaustandard bekomme. Die Versicherung davon zu überzeugen, was Neubaustandard ist, habe einige Zeit gedauert.

Erst ein Schreiben des Energieversorgers Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) haben die Versicherung davon überzeugt, die Gelder dafür freizugeben. Jetzt sollen die Zähler ganz neu im Keller installiert werden – jederzeit zugänglich für Energieversorger und Feuerwehr, wie es die GSW fordern.

Auch die Mieter können bald zurück in ihre Wohnungen, hofft der Vermieter. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Die gute Nachricht für die Mieter: Die Arbeiten sollen schon am Montag beginnen. Die Handwerker hätten die ganze Zeit „in Lauerstellung“ gelegen, sagt Noisten. Jetzt wollen sie sofort beginnen. Die Pizzeria kann ihre Räume im Erdgeschoss wahrscheinlich als erste wieder nutzen; der Vermieter hofft, in etwa zehn Tagen.

Bisher hatte Giacomo Alioto immer mal wieder einen Zettel ins Schaufenster gehängt, mit einem immer neuen Wiedereröffnungsdatum. „Das war bisher aber immer nur unsere Hoffnung“, sagt seine Frau.

Zurzeit steht da noch der 26. April, der kommende Montag. Etwas länger wird es wohl doch noch dauern. Milena Alioto macht sich schon Gedanken, wie sie die Gäste begrüßen kann, wenn sie wieder kommen dürfen. Das kleine Büfett vor der Tür, das sie gerne hätte, geht wegen der Corona-Pandemie nicht. Aber Luftballons und etwas Konfetti sollen es schon sein.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann
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