Persönliche Momente im Rampenlicht für jedes Kind

dzManegentraum wird Wirklichkeit

Zum sechsten Mal brachten der Familienunterstützende Dienst und das Projekt „Manegentraum“ Zirkusluft in den Kreis – und zum zweiten Mal nach Bergkamen. Die Zirkusluft durften die Artisten eine Woche lang schnuppern.

von Sharin Leitheiser

Bergkamen

, 26.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Zikrus fand natürlich stilecht im Zirkuszelt statt, umgeben von dem Duft nach Popcorn und von rund 350 Zuschauern. Da konnte kurz vor Vorstellungsbeginn doch noch ein bisschen Nervosität aufkommen – selbst bei den „alten Hasen“, die schon zum wiederholten Male mit dabei waren.

Persönliche Momente im Rampenlicht für jedes Kind

Möglich, dass diese Zwei schon intensiv drüber nachdenken, ob sie demnächst auch mitmachen werden. © Stefan Milk

95 Artisten

„Bestimmt ein Viertel aller Teilnehmer besteht aus ‚Wiederholungstätern‘, manche sind uns sogar seit der ersten Stunde bekannt“, bestätigte Zirkusdirektorin Ann-Katrin Bichlmaier. Trainiert hätten aber alle mit der gleichen Portion Ehrgeiz „und an den Kostümen wurde auch bis zum letzten Handgriff hochkonzentriert gebastelt.“
All der Schweiß und das Training haben sich am Ende jedoch mehr als gelohnt. Clowns, Akrobaten, Cowboys, und Co. lieferten ihren Familien und Freunden eine spektakuläre Show – für das Auge, aber auch für das Herz. Dass sich unter den 95 Artisten nämlich mehr als 20 Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen befanden, war am Samstag kaum zu erkennen. Und auch hinter der Bühne habe es keine auffälligen Berührungsängste gegeben, resümierte die Teamleiterin des Familienunterstützenden Dienstes Cornelia Grobe. „Klar merken die Kinder, wenn jemand im Rollstuhl sitzt oder ein bisschen mehr Unterstützung von unseren Betreuern braucht“, kommentierte Grobe, „aber gestört hat das niemanden, soviel ich weiß.“

Ärger mit Wespen

Mehr Ärger gemacht hätten den Mitmachzirkus-Teilnehmern und ihren 22 VeBU-Betreuern hingegen die Wespen auf dem Friedrich-Ebert-Platz an der Marina. „Einen Teil des Spielplatzes mussten wir leider absperren, weil die Erdwespen dort nun einmal nicht gerne gestört werden“, verriet Grobe. Unfälle hätte es aber keine gegeben „und ansonsten ist der Standort traumhaft. Zum Glück hat uns die Stadt hierher vermittelt, als es mit der Pfalzschule nicht noch einmal geklappt hat.“

Am Samstag war von Wespen zwar keine Spur, ein bisschen geärgert wurde aber trotzdem: Das Clownerie-Team „die Quatschköpfe“ machte seinem Namen gleich mehrfach alle Ehre und wurde dafür mit lauten Lachern aus dem Publikum belohnt. Tosenden Applaus regnete es im Minutentakt. Die fantastischen sieben Jongleure hantierten gekonnt mit Ringen, Bällen und Tüchern. Die „Flying Girls“ bezauberten als zarte Elfen am Luftring und die „Gummibären“ überzeugten mit beeindruckenden Verrenkungen. Allein schon durch ihre Anwesenheit versetzte vor allem die zweijährige Sarah ihre Zuschauer in Staunen. Ohne Zögern erklomm sie vor aller Augen das Akrobatik-Podest und präsentierte stolz ihre Turnübungen. Aber auch Feuerschlucker, Taubendresseure und Lasso-Werfer mussten sich im Anschluss nicht verstecken. Jedes Kind durfte seinen ganz persönlichen Moment im Rampenlicht genießen und sich dafür bejubeln lassen. „Im Mittelpunkt sollte ganz klar der Spaß stehen“, so Ann-Katrin Bichlmaier mit Blick auf die strahlenden Kindergesichter, „und das ist der Grund, warum ich meinen Beruf liebe, auch wenn er hart ist.“

Weitergehen soll es mit der VeBU-Zirkusprojektwoche deshalb auch im kommenden Jahr – immer unter der Voraussetzung, dass sich weiterhin genügend Sponsoren finden, sagt Geschäftsführer Horst Gemeinhardt. „Wir wollen es natürlich auch Familien mit weniger finanziellen Mitteln ermöglichen, ihre Kinder hier anzumelden.“

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