PCB-Verdacht in Bergkamen: Was der mögliche Verursacher dazu sagt

dzM&R Recycling Solutions

In Bergkamen wurde an einem Industriegebiet PCB-belasteter Löwenzahn entdeckt. Ob das verdächtigte Elektroschrott-Unternehmen M&R Recycling der Verursacher ist, wird jetzt untersucht.

19.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gibt es im Unternehmen „M&R Recycling Solutions“ ein PCB-Leck? Gelangt von dort aus krebserregender Stoff in die Luft und somit in die Nachbarschaft? Genau das wird jetzt untersucht, nachdem das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz( LANUV) in der Nähe erhöhte PCB-Werte an einigen Löwenzahn-Pflanzen gemessen hat.

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Ob der Stoff tatsächlich aus dem Recycling-Unternehmen kam oder ob es einen anderen Verursacher in den Industriegebieten nördlich der Erich-Ollenhauer-Straße gibt, ist derzeit noch offen.

Die Löwenzahn-Proben seien nicht repräsentativ, sagt Michael Schneider, Pressesprecher bei Remondis, zu dem M&R gehört. Das betonten auch LANUV und die Bezirksregierung Arnsberg. Es wird nun Grünkohl gepflanzt und auf PCB getestet, um Klarheit zu gewinnen. Dass Anwohner erst einmal kein Blattgemüse aus dem eigenen Garten essen sollen, sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Gemüse könnte belastet sein.

Elektroschrott birgt die Gefahr, PCB zu enthalten

Die Bezirksregierung hat den Verdacht, dass das Recycling-Unternehmen der Verursacher für die PCB-Werte im Löwenzahn ist. Das ist naheliegend, denn immerhin hantiert es mit Elektroschrott, der auch PCB enthalten könnte.

Dass die Möglichkeit besteht, streitet Schneider von Remondis nicht ab. Das Unternehmen sei sich bewusst, dass das Hantieren mit solchen Stoffen ein gewisses Risiko birgt.

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Doch gerade weil die Gefahr bekannt ist, ist es besonders sensibilisiert, wie Schneider ausführt. Filterstäube werden demnach regelmäßig kontrolliert, Filteranlagen ständig gewartet und ausgetauscht. Es gibt sogar eine Anlage, die eine andere automatisch abschaltet, sobald der Filter voll ist. „Wir sind technisch sehr weit vorne“, so Schneider. Der Reinigungszyklus sei eng getaktet.

Reinigungsabläufe bei M&R wurden erst überprüft

Erst dieses Jahr seien die Zyklen neu überprüft worden und man könne sich nicht erklären, wie PCB ausgestoßen werden könnte, so Schneider. Doch es sei auch nicht völlig auszuschließen, dass das PCB aus dem Unternehmen kommt, macht Schneider deutlich. Die Firma sei offen und arbeite mit dem LANUV und der Bezirksregierung zusammen. Gemeinsam wollen die Behörden und die Firma nach Lösungen suchen, sollte M&R tatsächlich die Quelle sein.

Anwohner der eingezeichneten Bereiche sollten auf den Verzehr von selbst angebautem Blattgemüse verzichten. Mit der Warnung geht die Bezirksregierung in Arnsberg auf Nummer Sicher. Ob das Gemüse tatsächlich belastet sein könnte, ist noch unklar.

Anwohner der eingezeichneten Bereiche sollten auf den Verzehr von selbst angebautem Blattgemüse verzichten. Mit der Warnung geht die Bezirksregierung in Arnsberg auf Nummer Sicher. Ob das Gemüse tatsächlich belastet sein könnte, ist noch unklar. © Bezirksregierung Arnsberg

Doch vorher warten alle Beteiligten die Untersuchungen ab, denn noch sind das alles Vermutungen. Bis die Ergebnisse vorliegen, wird es allerdings noch dauern. Denn der Grünkohl, an dem der PCB-Gehalt gemessen werden kann, muss erst einmal eingepflanzt werden und dann gedeihen. Bis dahin heißt es für ausgewählte Anwohner: Hände weg von Blattsalat, Spinat und Co. aus dem eigenen Garten.

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