Ortsvorsteher Uwe Reichelt: Immer für Overberge und den Bergbau engagiert

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Wenn es um seinen Ortsteil ging, dann war er fast unverzichtbar. Kein Projekt, für das er sich nicht engagierte. Zum Tode des Overberger Ortsvorstehers Uwe Reichelt.

Bergkamen

, 29.04.2020, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn seine politischen Mitstreiter Uwe Reichelt beschreiben, dann fällt ihnen vor allem sein Engagement für den Ortsteil ein, in dem er lebte. Uwe Reichelt war Overberger durch und durch. Er war Mitglied im Schützenverein Overberge 1833 und wirkte im Offizierskorps mit. Es gab fast kein Ereignis im Ortsteil, mit dem er nichts zu tun hatte oder für das er sich nicht engagierte.

Dabei ging es auch um die kleinen Dinge. Noch vor kurzem habe sich der Ortsvorsteher dafür eingesetzt, dass an der Ecke Hüchstraße/Schenkstraße ein Papierkorb installiert wurde, erinnert sich der SPD-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Bernd Schäfer, der 2004 gleichzeitig mit Uwe Reichelt in den Stadtrat einzog.

Wenn es in Overberge etwas zu tun gab, war Ortsvorsteher Uwe Reichelt (l.) imer dabei. Er rief nicht nur zur Aktion „Sauberes Overberge“ auf, sondern sammelte mit – wie hier zusammen mit dem ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Wrenger.

Wenn es in Overberge etwas zu tun gab, war Ortsvorsteher Uwe Reichelt (l.) immer dabei. Er rief nicht nur zur Aktion „Sauberes Overberge“ auf, sondern sammelte mit – wie hier zusammen mit Jörg Wrenger. © Klaus-Dieter Hoffmann (Archiv)

Ortsvorsteher in Overberge schon seit 1999

Nur fünf Jahre, nachdem die SPD in Overberge 2009 wieder stärkste Partei geworden war, übernahm er das Amt des Ortsvorstehers, das er seitdem ununterbrochen inne hatte. Er engagierte sich für den Overberger Weihnachtsmarkt, rief jedes Jahr zur Aktion „Sauberes Overberge“ auf, bei dem er auch immer selbst Müll sammelte und engagierte sich für alle Institutionen und Vereine im Ortsteil.

Im Stadtrat war der Sozialdemokrat ohne Zweifel ein politisches Schwergewicht: Er war Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr und stellvertretender Vorsitzender und setzte sich in der Politik vehement für Arbeitnehmerrechte ein.

Letzter Betriebsratsvorsitzender von Haus Aden/Monopol

Das lag auch an seinem gewerkschaftlichen Engagement. Uwe Reichelt war der letzte Betriebsratsvorsitzende des Verbundbergwerks Haus Aden/Monopol, lange Vorsitzender der IG BCE in Bergkamen. Noch bis vor wenigen Jahren war er stellvertretender Vorsitzender des IG BCE-Regionalforums Bergkamen-Kamen.

Wenn es um den Bergbau ging, meldete er sich auch in der Kommunalpolitik oft mit deutlichen Worten. Sein berufliches Leben gehörte ihm ohnehin: Nach seiner Arbeit auf dem Bergwerk arbeitet er noch einige Jahre beim Besucherbergwerk in Recklinghausen. Dort kannte er sich aus wie kein zweiter, versichern Besucher.

Uwe Reichelt verstarb am vergangenen Sonntag plötzlich und völlig unerwartet im Alter von 57 Jahren.

Er hinterlässt im Ortsteil und bei der Bergkamener SPD eine schmerzliche Lücke. Seine Partei hatte ihn wieder als Kandidaten für einen Wahlbezirk in Overberge nominiert. Sie muss in einer erneuten Delegiertenversammlung einen Ersatzkandidaten wählen.

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