Olympia in Bergkamen steckte viel Geld in eine Renovierung – dann kamen Corona und Existenzängste

dzGastronomie in Bergkamen

Der Saal, der Biergarten und die Toiletten – all das haben die Betreiber der Gaststätte Olympia in Weddinghofen für viel Geld erneuert. Dann kam Corona und sorgte für Existenzängste.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 30.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünfzig Tage war in der Weddinghofer Traditions-Gaststätte „Olympia“ corona-bedingt die Küche kalt. „Doch so langsam kommt endlich wieder Schwung in unser Restaurant“, freut sich Inhaber Iordanis Adamidis, der zusammen mit Schwager Theodoris Nikolaidis und beider Ehefrauen das Griechische Restaurant seit vielen Jahren „Im alten Dorf“ als Familienbetrieb führt – und dabei viele Stammgäste gewonnen hat.

Diese Stammgäste sorgen denn wohl auch dafür, dass bei Kellner Mitho Krunic gerade in der Mittagszeit und abends das Telefon nicht mehr stillsteht, wenn bei ihm die Bestellungen zum Selbstabholen eintrudeln. Kaum hat Krunic dann die Bestellung auf einem kleinen Zettel notiert, eilt dieser auch schon in die Küche im hinteren Bereich, wo Theodoris Nikolaidis und sein Team in einer Art griechischem Schlaraffenland mit verlockenden Düften darauf warten, das nächste Gericht auf den Teller zu zaubern.

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„Wir sind unseren Gästen unendlich dankbar dafür, dass sie uns in dieser schlimmen Zeit nicht haben hängen lassen“, bekräftigt Iordanis Adamidis. „Denn gerade hatten wir mit viel Geld die Toiletten, den Saal, den Biergarten und noch einiges mehr wieder auf Vordermann gebracht, da wurden wir durch Corona komplett ausgebremst.“

Olympia in Bergkamen plagten wegen Corona Existenzängste

Nicht selten wurden die beiden Familien angesichts des ausbleibenden Einkommens von zermürbenden Existenzängsten geplagt. So mussten die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden, der Party-Service kam natürlich gleich zum Erliegen. Einzige Einnahmequelle war dann nach einiger Zeit endlich der „Außer-Haus-Verkauf“.

Inhaber Iordanis Adamidis führt das Olympia zusammen mit seinem Schwager und den beiden Ehefrauen als Familienbetrieb.

Inhaber Iordanis Adamidis führt das Olympia zusammen mit seinem Schwager und den beiden Ehefrauen als Familienbetrieb. © Klaus-Dieter Hoffmann

„Jetzt, wo es nun so einige Lockerungen gibt, trauen sich erfreulicherweise auch wieder viele Weddinghofer in das Restaurant“, freut sich Iordanis Adamidis und bekommt dabei einen leicht entspannten Gesichtsausdruck. Gerade öffnete sich denn auch die Eingangstür und eine Familie mitsamt Großeltern, Eltern und zwei Enkelkindern kam hereinspaziert und wurde sogleich von Mitho Krunic zu ihrem reservierten Tisch geführt. Dort heißt es dann erst einmal, die umfangreiche Speisekarte zu studieren, denn trotz Corona-Krise haben Küchenchef Theodoris Nikolaidis und sein Team kein einziges Gericht streichen müssen.

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Gäste des Olympia in Bergkamen genießen Entspannung und Essen

Zu den Stammgästen im „Olympia“ zählen auch Roswitha Huttner mit Sohn Gerd und Schwiegertochter Nicole, die in der totalen Lockdown-Phase ebenfalls eine schlimme Zeit ausgestanden haben. Denn Nicole Huttner arbeitet, genau wie ihr Ehemann, in einem „systemrelevanten“ Beruf, wo natürlich von Home-Office oder mal Ausspannen nicht zu träumen und Stress an der Tagesordnung war. „Umso wichtiger ist es für uns“, erzählt Nicole Huttner, „dass wir gerade am Sonntag mit Schwiegermutter ganz entspannt in unser Stammlokal, zu ‚unserem‘ Griechen gehen und mal wieder lecker essen können.“

Roswitha, Nicole und Gerd Huttner freuen sich darüber, endlich wieder im Olympia einkehren zu dürfen. Entspannung und leckeres Essen sind für sie gerade in der Krise eine schöne Abwechslung.

Roswitha, Nicole und Gerd Huttner (v.l.) freuen sich darüber, endlich wieder im Olympia einkehren zu dürfen. Entspannung und leckeres Essen sind für sie gerade in dieser Zeit eine angenehme Abwechslung. © Klaus-Dieter Hoffmann

Über 200 Sitzplätze mit original griechischem Flair hätte das Olympia in Saal, Restaurant und Biergarten seinen Gästen anzubieten. „Aber durch die Corona-Abstandsregeln können wir natürlich die Kapazität nicht voll ausnutzen“, berichtet Iordanis Adamidis. Adamidis, Nikolaidis und das gesamte Team des Olympia hoffen daher: „Dass dieser schreckliche Corona-Spuk nun möglichst bald vorbei ist und wir wieder kräftig durchstarten können.“

Gastronomie in Corona-Zeiten

  • Restaurants, Kneipen und Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen
  • Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft.
  • In loser Folge stellen wir unsere heimischen Lokale vor
  • Das Olympia Im Alten Dorf 2 ist unter Tel. (02307) 61041 zu erreichen.
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