Zwischen einem Pärchen aus Holzwickede eskalierten die Streits immer wieder - nun musste sich der Mann vor Gericht verantworten. © picture alliance/dpa
Gericht

Ohrfeige am Valentinstag: Bergkamener geht auf ehemaligen Freund los

Eigentlich waren die zwei Männer einmal gute Freunde. Dann fühlte sich einer vom anderen wegen eines Grundstücksgeschäfts hintergangen. Eine Begegnung am Valentinstag endete alles andere als liebevoll.

Es war das jähe Ende einer Freundschaft: Ein Bergkamener hatte nach seinen Angaben einem langjährigen guten Freund vertraut, ihm von einem Grundstück erzählt, das er unbedingt kaufen wollte. Das Grundstück war für ihn ein Schnäppchen.

Der Kumpel jedoch entschied offenbar, das Schnäppchen lieber selbst zu machen. Er schnappte dem 35-Jährigen das Grundstück vor der Nase weg. Darüber war der Bergkamener natürlich nicht erfreut und kündigte seinem ehemals guten Kumpel auf der Stelle die Freundschaft.

Damit war für ihn aber offenbar noch nicht alles geklärt. Die Angelegenheit rumorte wohl weiter in ihm: Als die beiden Männer am 14. Februar, dem Valentinstag, an einem Gartencenter in Bergkamen aufeinandertrafen, eskalierte die Situation gründlich.

Backpfeife und das Auto des Kontrahenten demoliert

Eigentlich hatte beide Männer der Tag der Liebe zum Gartencenter geführt. Sie wollten Blumen für die jeweilige Partnerin kaufen. Von Liebe konnte aber gleich nach dem Aufeinandertreffen schon keine Rede mehr sein.

Der 35-Jährige verpasste seinem Gegenüber im Laufe eines Streitgesprächs eine Ohrfeige. Anschließend ließ er sich am Wagen des Mannes aus, mit dem er früher befreundet war und brachte mit Faustschlägen eine Seitenscheibe zum Zerbersten.

Im Amtsgericht Kamen lautete der Vorwurf Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen den 35 Jahre alten Bergkamener. Beides räumte der Angeklagte auch sofort ein: „Ich war emotional aufgeladen.“ Er sei wütend über das Verhalten seines bis dato besten Freundes gewesen. Er habe ihm eine Backpfeife verpasst, weiter habe er den Mann allerdings nicht verletzen wollen, sagte er aus.

Opfer hat kein Interesse an einer Strafverfolgung

Er versuchte die Attacke auf das Fahrzeug sogar als einen Akt von Friedfertigkeit zu verkaufen. Um nicht weiter auf seinen ehemaligen Kumpel loszugehen, habe er seine Wut anschließend an dessen Auto ausgelassen.

Der Geschädigte berichtete im Zeugenstand von einer langen Freundschaft, die die beiden Männer ursprünglich verband. Zum Grund für das Zerwürfnis ließ er sich jedoch nicht im Detail ein. Bezüglich des Grundstücks erwähnt er nur kurz, dass „etwas Grundstücksrechtliches“ zwischen ihnen stehe. An einer Strafverfolgung seines ehemaligen Freundes habe er kein Interesse.

das sah das Gericht jedoch etwas anders. Es stellte das Verfahren zwar ein – aber nur gegen eine Zahlung von 1200 Euro.

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