Christian Thomé schickt seine Leute zum Hafenfest, zum Lichtermarkt und zu anderen Großveranstaltungen – und hofft, dass sie dort nicht allzu viel zu tun bekommen. Er koordiniert den Sanitätsdienst des DRK.

05.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne Christian Thomé und seine Leute müsste die Stadt sämtliche Großveranstaltungen absagen. Thomé ist Rotkreuzleiter im Ortsverein Bergkamen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Er koordiniert den Sanitätsdienst, der für die Stadt und andere Veranstalter eine zentrale Rolle spielt. Denn wenn viele Menschen zusammenkommen, kann immer etwas passieren. Deshalb müssen auf jeden Fall Helfer anwesend sein, die Verletzten oder Verunglückten kompetent helfen.

Ohne die Rot-Kreuz-Helfer gäbe es kein Hafenfest und keinen Lichtermarkt

Bei Massenveranstaltungen wie dem Hafenfest in der Marina ist der DRK-Sanitätsdienst immer mit einer großen Mannschaft dabei - und hat meist auch gut zu tun. © Michael Neumann


Die DRK-Sanitäer sind in ihrer Freizeit aktiv

Bei Veranstaltungen in Bergkamen kommen sie in der Regel vom DRK. Man erkennt sie an ihrer DRK-Uniform und vor allem an dem Sanitätsrucksack, in dem sie ihre Ausrüstung mit sich tragen, um im Ernstfall schnell und effektiv helfen zu können. Und zwar ehrenamtlich. Denn die DRKler, die sich im Sanitätsdienst engagieren, tun das in ihrer Freizeit. Aber nichtsdestotrotz sind etliche von ihnen Profis: „Viele arbeiten hauptberuflich im Rettungsdienst oder bei der Feuerwehr Dortmund“, sagt Thomé.

Es gibt auch Helfer, die aus völlig anderen Berufen kommen. Dafür ist der Rotkreuzleiter selbst das beste Beispiel: Er hat in der Elektrotechnik gelernt und arbeitet auch noch in diesem Bereich. Ein kompetenter Retter ist er trotzdem.

Wer sich im Sanitätsdienst engagiert, hat natürlich entsprechende Schulungen und Lehrgänge dafür absolviert. „Der Erste-Hilfe-Kurs ist der Anfang, aber er reicht natürlich nicht“, sagt Thomé. Er selbst hat einmal einen Jahresurlaub geopfert, um die Qualifikationen zu erlangen, die er als Rotkreuzleiter benötigt.

Ohne die Rot-Kreuz-Helfer gäbe es kein Hafenfest und keinen Lichtermarkt

Auch der Lichtermarkt auf dem Stadtmarkt wäre ohne die DRK-Unterstützung nicht denkbar. © Stefan Milk


42 von 60 Mitgliedern sind im Sanitätsdienst aktiv

Personell ist das DRK Bergkamen durchaus gut aufgestellt: „Wir haben aktuell rund 60 Mitglieder“, sagt Thomé. „42 davon sind im Sanitätsdienst aktiv.“ Und die werden auch benötigt, denn Einsätze gibt es fast an jedem Wochenende. Auch in der Nachbarschaft: So sind die Bergkamener Rotkreuzler zum Beispiel regelmäßig bei den Heimspielen von Borussia Dortmund dabei, um Zuschauern in Not zur Hilfe eilen zu können. Und ganz dick in Thomés Einsatzkalender angestrichen sind Großveranstaltungen wie das Hafenfest. Dort gab es im Sommer auch einiges zu tun. Der Rettungswagen, der dort stationiert war, hatte sechs Einsätze, schildert Thomé: „Und das waren echte Notfälle und keine Krankentransporte.“ Auch beim Lichtermarkt am 26. Oktober ist das DRK natürlich dabei. Und zwar mit einer größeren Mannschaft.

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Die Helfer sind auch im Netz


Bald hat das DRK einen eigenen Arzt

Bei solchen Massenereignissen gehört auch stets mindestens ein Arzt dazu. Bisher musste Thomé dafür immer externe Mediziner engagieren. Doch inzwischen gibt es einen Arzt in den Reihen des DRK, der bald über eine Ausbildung als Notfallmediziner verfügt. Dann steht er auch für DRK-Einsätze bereit. Die übrigen Sanitätsdienstler im Bergkamener Ortsverein sind breit gestreut, sagt Thomé. Es gebe Akademiker und Handwerker, auch die Altersspanne ist recht groß. Auch Menschen, die als Flüchtlinge nach Bergkamen gekommen sind, engagieren sich beim DRK. Auf diese Art und Weise kommen ganz unterschiedliche Leute beim DRK zusammen und kooperieren miteinander. Sie verbindet das ehrenamtliche Engagement und die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen. Und das kann auch bei kleineren Veranstaltungen der Fall sein.

Ohne die Rot-Kreuz-Helfer gäbe es kein Hafenfest und keinen Lichtermarkt

Auch beim Römerfest im Römerpark waren die Rotkreuzler im Einsatz. Bei den Gladiatorenkämpfen mussten sie aber nicht eingreifen. © Stefan Milk


Sanitäter unter Römern

So war der DRK-Sanitätsdienst zum Beispiel auch beim Römerfest des Stadtmuseums dabei. Mit viel weniger Leuten als beim Hafenfest oder beim Lichtermarkt. Und allzu viel zu tun hatten die Rotkreuzler auch nicht. Das ist natürlich einerseits eine gute Nachricht. Andererseits weiß Thomé auch, dass solche Einsätze oft mit viel Warterei und Langeweile verbunden sind. Deshalb bemüht er sich auch immer, Sanitätsdienste außerhalb der üblichen Routine zu organisieren, die für seine Leute besondere Erlebnisse darstellen. Für das nächste Jahr ist ihm das bereits gelungen: „Im Jahr 2020 werden wir einen Karnevalsumzug in Köln begleiten.“

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