Einen Polizisten auf einem Fahrrad sollte man auch genau so bezeichnen. Sonst droht Ärger mit der Justiz. © picture alliance / dpa
Gericht

„Oh, ein Bulle auf dem Fahrrad“ – das wird teuer

„Oh, ein Polizist auf dem Fahrrad“, ruft ein Bergkamener, als ein solcher vorbeiradelt. Weil er es nicht dabei belässt, kommt er vor Gericht und dort seinen Drogenkonsum auf den Tisch.

Ein Polizist auf dem Fahrrad ist am 27. Januar vergangenen Jahres in einem Bergkamener Wohnviertel unterwegs. Als ein 23-Jähriger den Beamten sieht, bemerkt er: „Oh, ein Polizist auf dem Fahrrad.“ Bei der Formulierung hätte es der Mann besser belassen soll. Doch stattdessen korrigiert er seinen Satz und aus Polizist wird „Bulle“. Darin sieht der Beamte die Herabwürdigung seines Berufsstandes.

Er erstattet Anzeige. Der Bergkamener landet wegen dieser Beleidigung im Amtsgericht Kamen. Dort erklärt er, zum Tatzeitpunkt im Drogenrausch gewesen zu sein. „Ich habe Cannabis und Kokain genommen.“ Etwas, das den Richter stutzen lässt. Denn der Mann hätte eigentlich eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten absitzen sollen. Die war aber zugunsten einer Drogentherapie zurückgestellt worden. Genau diesen Zeitraum hatte der Angeklagt genutzt, wieder zu konsumieren und dann eine erneute Straftat zu begehen.

„Die Sucht hat mich wieder eingeholt. Ich wusste nicht, was ich da sage“, erklärte der Bergkamener im Gericht. Mit der Beleidigung hat er seine Vorstrafenliste von sieben auf acht Eintragungen verlängert. Am Ende verurteilte der Richter den 23-Jährigen zu 500 Euro Geldstrafe.

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