Oberadener Gewerkschafter verlieren ihr Heim

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Die IG BCE Oberaden kann ihr Heim an der Rotherbachstraße wegen Brandschutz-Mängeln schon länger nicht nutzen. Nun will die Dachorganisation der Gewerkschaft die Immobilie verkaufen.

Oberaden

, 28.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die IG BCE Oberaden steht ohne Domizil da: Die Bundesorganisation der Gewerkschaft will das Grundstück an der Rotherbachstraße, auf dem das IG BCE-Heim steht, verkaufen. Schon seit einigen Monaten können die Oberadener Gewerkschafter das Gebäude wegen Problemen mit dem Brandschutz nicht nutzen. Eigentümer der Immobilie ist der Bundesverband der IG BCE beziehungsweise deren Tochterunternehmen VTG.

Brandschutz kostet mindestens 5000 Euro

Und das ist offenbar nicht bereit, die Kosten für die Instandhaltung des Gebäudes zu übernehmen. Allein für einen zeitgemäßen Brandschutz würden 5000 Euro fällig, berichtet der Vorsitzende der IGBCE-Ortsgruppe Oberaden, Willi Null. Für weitere Renovierungsarbeiten wäre mindestens noch einmal die gleiche Summen nötig. Die VTG habe der Ortsgruppe angeboten, das Heim zu erhalten, wenn diese für alle Kosten aufkomme, sagte Null: „Aber das können wir uns nicht leisten.“ Offenbar hat aber auch die Gewerkschaftszentrale einen guten Grund, die Zahlungen für Oberaden zu verweigern: „Man hat uns gesagt, dass wir die einzige Ortsgruppe in der ganzen Bundesrepublik sind, die über ein eigenes Vereinsheim verfügt.“

Oberadener Gewerkschafter verlieren ihr Heim

Der Theaterverein Volksbühne 20 Oberaden hat das IGBCE-Heim bisher als Probenort genutzt. © Marcel Drawe


Auch andere Vereine nutzen das Heim

Nicht nur die IGBCE Oberaden ist von dem Verlust betroffen: Die Ortsgruppe hatte es auch dem Theaterverein „Volksbühne 20 Oberaden“ und dem Knappenverein zur Verfügung gestellt. Denn Treffpunkte sind in dem Stadtteil rar geworden. Zuletzt hatte die traditionelle Vereinsgaststätte „Haus Heil“ geschlossen. Null ist dann auch derzeit auf der Suche nach Alternativen. Für die im Oktober geplante Jubilar-Ehrung hat er bei der Martin-Luther-Gemeinde angefragt, ob die Ortsgruppe deren Oberadener Gemeindezentrum nutzen kann. Wo die IG BCE ihreVeranstaltungen ausrichten kann, weiß er noch nicht. Er will aber nach Möglichkeit nicht in andere Stadtteile ausweichen: „Wir haben in Oberaden noch 800 Mitglieder, von denen viele älter sind.“ Auch der Vorstand der Ortsgruppe muss sich einen neuen Ort für seine monatlichen Sitzungen suchen, meint Null: „Wahrscheinlich werden wir bei mir zu Hause tagen.“ Nach Angaben von Null hat die damalige IG Bergbau das Gebäude einst als Jugendheim von der Karnevalsgesellschaft Rot-Gelb übernommen. Obwohl das Heim formell nie der Ortsgruppe gehört habe, hätten deren Mitglieder sich immer für den Erhalt des Hauses engagiert: „Allein in den vergangenen vier Jahren haben wir um die 5000 Arbeitsstunden geleistet, um das IGBCE-Heim instandzuhalten.“

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