Oberaden trauert um Horst Grinat: Ein vielseitig aktiver Mensch

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Horst Grinat ist tot. Der Oberadener starb am Montag, 21. September, im Alter von 87 Jahren. Obwohl er in jungen Jahren zuwanderte, wurde er hier zu einem (politisch-) aktiven Urgestein.

Bergkamen

, 23.09.2020, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeit auf der Zeche lockte Horst Grinat in den frühen 50er Jahren nach Oberaden. Und hier brachte sich der 1933 im ostpreußischen Klein Beynuhnen-Angerau geborene und im Bremer Raum aufgewachsene Grinat ein wie kaum ein anderer.

Schon früh Mitglied der IG Bergbau und der SPD

Bereits 1951 trat er in die damalige IG Bergbau ein und engagierte sich im Betriebsrat der Zeche Haus Aden. An der Seite von Bernhard Grüner kümmerte er sich vor allem um das Sozialwesen auf der Schachtanlage und war dafür später sogar freigestelltes Betriebsratsmitglied. Seit 1955 war Grinat Funktionär der heutigen IGBCE und bis zuletzt Revisor. In seiner Eigenschaft als Hauskassierer pflegte er enge Kontakte zu den Oberadenern und wusste oftmals, wo der Schuh drückte. Dabei war er einer der wenigen gewerkschaftlich Aktiven der damaligen Zeit, der sich den Dingen sachlich und gelassen widmete.

Vielseitig aktiv

Ende der 1950er Jahre trat Grinat auch in die SPD ein und wurde schon kurz nach der Stadtgründung in den Rat der Stadt Bergkamen gewählt. Hier engagierte er sich intensiv, aber zurückhaltend. Wo andere aufbrausten, wirkte Horst Grinat ausgleichend und schlichtend. Das soziale Miteinander lag dem Familienmenschen am Herzen - und er zeigte sich vielseitig aktiv: Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Handballabteilung des SuS Oberaden, war Mitglied der Grubenwehr und förderndes Mitglied der Feuerwehr.

Neun Jahre lang Ortsvorsteher

Der SPD gehörte er über 60 Jahre an, war lange Jahre stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender und immer aktiv. Als Nachfolger von Franz Beckmann war Horst Grinat schließlich von 1992 bis 1999 Ortsvorsteher von Oberaden. Auch danach endete die politisch aktive Zeit für ihn nicht. Das Ehrenratsmitglied der Stadt Bergkamen interessierte sich für die Belange der Stadt und klinkte sich nie vollständig aus seinen Aktivitäten aus. Er kam - wenn es ging - noch regelmäßig zu den Vorstandssitzungen der SPD Oberaden, wo er sich mit seinem gern gehörten Rat und Wissen einbrachte.

Im Alter von 87 Jahren ist Horst Grinat nun verstorben, die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis. Seine letzte Ruhestätte findet Horst Grinat aber natürlich auf dem Friedhof seines Ortsteils, für den er sich Jahrzehnte eingesetzt hatte. Denn dass Horst Grinat kein gebürtiger Oberadener gewesen war, zeigte nur die Werder Bremen-Flagge in seinem Garten.

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