Corona-Pandemie

Nur drei Neuinfektionen – aber 13 weitere mit der britischen Coronavirus-Mutante

Die neueste Corona-Statistik sieht paradox aus. Es gibt 13 Bergkamener, die sich mit der britischen Mutante angesteckt haben – obwohl es nur drei Neuinfektionen gibt. Die Erklärung ist einfach.
In Bergkamen haben sich mittlerweile nachweislich 26 Menschen mit der Virus-Mutation B 1.1.7 infiziert. Trotzdem ist die Infektionsrate niedriger als im Kreisdurchschnitt. (Symbolbild) © dpa

Bergkamen ist nach der neuesten Statistik des Kreis-Gesundheitsamtes die Stadt im Kreis Unna, in der die britische Virus-Mutation bisher am häufigsten nachgewiesen worden ist. Nach der Statistik sind über das Wochenende 13 neue Fälle hinzugekommen, in denen sich Bergkamener nachweislich mit der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Mutation B 1.1.7 infiziert haben. Gleichzeitig ist aber nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamtes zwischen Freitagmittag und Montagnachmittag nur bei drei Bergkamenern eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden.

Nachweis über Mutation erst Tage nach dem Positiv-Test

Diesen scheinbaren Widerspruch klärt Kreissprecher Max Rolke auf. Der Nachweis, ob sich jemand mit der Mutante infiziert hat, kommt erst Tage nachdem die Infektion überhaupt festgestellt wurde. Nach Rolkes Angaben wird dieselbe Probe, mit der die Infektion nachgewiesen wurde, nachträglich auf die Virus-Mutation untersucht. Bis das Ergebnis vorliegt können Tage vergehen.

Mit anderen Worten: Diejenigen, bei denen die deutlich ansteckendere Mutation am Wochenende nachgewiesen wurde, sind schon Tage vorher in der Statistik als Infizierte aufgetaucht. In einigen Fällen liegt der positive Corona-Test sogar schon so lange zurück, dass die Betroffenen als wieder genesen gelten und aus der Quarantäne entlassen sind, bestätigte der Kreis-Sprecher.

Test auf die Mutation nur bei Verdacht

Der Test auf die Mutation wird auch nur dann vorgenommen, wenn sich ein Verdacht aufdrängt – zum Beispiel, wenn der Infizierte Kontakt zu einer Person hatte, die sich bereits mit der Mutante angesteckt hatte.

Für Bergkamen sind die Zahlen sogar eine positive Nachricht: Trotz des großen Anteils an Infektionen mit der Mutation ist die Zahl der Neuansteckungen in Bergkamen seit Tagen sehr moderat. Über das Wochenende lag sie von allen zehn Kommunen im Kreis nur in Holzwickede (zwei Infektionen) und Selm (eine) noch niedriger.

Auch die Zahl der aktiv Infizierten ist über das Wochenende in Bergkamen deutlich gesunken. Am Freitag waren es noch 67, an diesem Montag noch 60. Das liegt daran, dass deutlich mehr Menschen von der Infektion als genesen gelten als sich neu infiziert haben. Seit Freitag gelten zehn Menschen mehr als von der Infektion genesen. Insgesamt haben schon 1787 Bergkamener seit dem Beginn der Corona-Pandemie die Infektion überstanden, 41 Menschen aus Bergkamen sind mit oder an einer Corona-Infektion verstorben.

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