Nun steht die Kapelle Heil ohne Glockenturm da

dzMartin-Luther-Gemeinde

Formaljuristisch gesehen gehört die Kapelle Heil nach wie vor der Martin-Luther-Gemeinde. Doch nun ist ein weiteres Zeugnis dafür verschwunden, dass sie einst ein kirchliches Gebäude war.

Heil

, 08.01.2019 / Lesedauer: 3 min

„Wir haben Ende des vergangenen Jahres den Glockenturm abreißen lassen“, berichtete Presbyter Artur Gallas aus dem Fachausschuss für Bauwesen und Grundstücksangelegenheiten der Gemeinde. Die Glocke hatte die Gemeinde bereits nach dem Entwidmungsgottesdienst im vergangenen Sommer aus dem Turm entfernt. Weil der völlig marode war, hatte die Gemeinde ihn schon vor längerer Zeit außer Betrieb genommen.

Nun steht die Kapelle Heil ohne Glockenturm da

Die Glocke soll dauerhaft ihren Platz auf dem Dach der kleinen Kapelle auf dem evangelischen Friedhof Heil finden. © Marcel Drawe

Glocken auf dem Friedhof

Die Glocken lagern derzeit in der kleinen Trauerhalle auf dem evangelischen Friedhof in Heil - der nicht allzu weit von der Kapelle Heil entfernt liegt. Die Hoffnung, einen Teil des Turm-Holzes für eine neue Konstruktion für die Glocke zu verwenden, musste Gallas aufgeben. „Der Zimmermann, den wir mit dem Abriss beauftragt haben, hat gesagt, dass davon nichts mehr zu gebrauchen ist“, sagte Gallas.

Gleichwohl hegt die Gemeinde den Plan, die Glocke auf dem evangelischen Friedhof zu belassen. „Wir wollen dafür eine Konstruktion auf dem Dach der kleinen Kapelle bauen“, kündigte Gallas an. Schwingen können die Glocke dort allerdings nicht: „Das würde die Statik des Gebäudes nicht aushalten“, erläuterte Gallas. Deshalb soll die Glocke bei Beerdigungen von außen angeschlagen werden.

Birgit Willeke hat de facto die Schlüsselgewalt

Der Abriss des Glockenturms war vermutlich die letzte Handlung, die die Gemeinde auf dem Grundstück der ehemaligen Kapelle Heil vorgenommen hat. Sie ist zwar noch im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen. De facto hat aber bereits die benachbarte Landwirt-Familie Willeke die Schlüsselhoheit übernommen. Birgit Willeke hat sich bereit erklärt, die Kapelle nach der Entwidmung weiterzubetreiben. So können Gruppen der Gemeinde aber auch Vereine das Gebäude nutzen. Und Willeke kümmert sich auch um den Erhalt des Gebäudes. „Das ist auch gut so“, sagte die Vorsitzende des Presbyteriums der Gemeinde, Pfarrerin Petra Buschmann-Simons. „Wir haben ja keine Küsterin mehr.“ Die Gemeinde hatte beim Entwidmungs-Gottesdienst Galina Galwass verabschiedet, die seit 2002 als Küsterin in der Kapelle gearbeitet hatte.

Birgit Willeke selbst will sich nicht zu ihren Plänen für die Kapelle äußern, so lange die Übertragung noch nicht offiziell besiegelt ist. Sie versicherte allerdings auf Nachfrage, dass sie nicht die Geduld verliere - auch wenn der Kirchenkreis Unna ziemlich lange braucht, um die Formalitäten zu regeln.

Schwierige Grundbuchänderung

Kirchenkreis-Sprecher Dietrich Schneider begründete das unter anderem damit, dass noch notarielle Bescheinigungen fehlten und die Grundbuchänderung nicht ganz unkompliziert sei - so verlaufe unter dem Grundstück eine Leitung: „Es handelt sich bei der Kapelle eben nicht um ein gewöhnliches Wohngebäude.“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Spende an den Hospizdienst

Die Summe macht‘s: Siebenjähriger Bergkamener sammelt 4.529 Kronkorken für den guten Zweck

Meistgelesen