Noch mehr Giftraupen an den Eichen als im vergangenen Jahr

dzEichenprozessionsspinner

Die Stadt Bergkamen hat viele Vorkehrungen getroffen, um einen noch stärkeren Befall mit dem Eichenprozessionsspinner zu verhindern. Genützt hat das offenbar nicht viel: Die Plage ist schlimmer geworden.

Bergkamen

, 27.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich arbeitet die Stadt Bergkamen schon seit Monaten daran, eine ähnliche Situation wie im vergangenen Sommer zu vermeiden. Damals hatten die Eichenprozessionsspinner viele Menschen in Angst versetzt. Die Raupen eines Nachtfalters haben sogenannte „Brennhaare“, die bei einem Kontakt starke Allergien auslösen können. Es wird davor gewarnt, ihnen zu nahe zu kommen: Die Raupen können die Haare bei Gefahr „abschießen“. Außerdem befinden sie sich in Nestern und werden vom Wind in der Umgebung der Bäume verteilt.

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Im vergangenen Jahr gab es viel öffentliche Aufregung um die Tiere. Auch jetzt stehen schon wieder Warnschilder an öffentlichen Stellen im Stadtgebiet, wo Eichen wachsen. Die öffentliche Aufregung scheint aber weitgehend ausgeblieben zu sein – obwohl die Situation sich nach Einschätzung von Stephan Polplatz, dem Leiter des Baubetriebshofs, sogar noch verschärft hat.

Die Stadt hat an einigen Eichen Fallen für die Raupen angebracht, deren Brennhaare heftige Allergien auslösen können.

Die Stadt hat an einigen Eichen Fallen für die Raupen angebracht, deren Brennhaare heftige Allergien auslösen können. © Marcel Drawe

20 bis 30 Prozent stärkerer Befall als im vergangenen Jahr

„Nach Einschätzung meiner Mitarbeiter haben wir in diesem Jahr einen um 20 bis 30 Prozent stärkeren Befall als im vergangenen Jahr“, sagte Polplatz jetzt. Der Baubetriebshof hat zwei eigene Kolonnen im Einsatz, um die Tiere von Eichen auf städtischen Flächen zu entfernen. Für die zweite Kolonne hat die Stadt erst in diesem Jahr die Ausstattung gekauft – neben Schutzkleidung unter anderem einen Spezialsauger, um die Tiere von den Stämmen der Bäume zu entfernen. Zusätzlich sind zurzeit zwei Fachfirmen im Einsatz, die ebenfalls die Raupen beseitigen.

Neben zwei städtischen Trupps sind auch Spezialfirmen im Einsatz, um die Raupen zu beseitigen. Sie saugen sie mit einem Spezialsauger von den Stämmen der befallenen Bäume ab.

Neben zwei städtischen Trupps sind auch Spezialfirmen im Einsatz, um die Raupen zu beseitigen. Sie saugen sie mit einem Spezialsauger von den Stämmen der befallenen Bäume ab. © Marcel Drawe

Bekämpfung kostet die Stadt viel Geld

Die neue Invasion der Giftraupen hat auch finanzielle Folgen. Die Stadt habe schon jetzt Aufträge in Höhe von 12.150 Euro an vier Fachfirmen vergeben, sagte Polplatz in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr. Hinzu kommen Kosten in Höhe von bisher knapp 21.000 Euro, die der Stadt durch den Einsatz des Baubetriebshofs entstanden sind. Im vergangenen Jahr hatte Bekämpfung der Raupen insgesamt 34.852 Euro gekostet. „Es ist nicht absehbar, dass die Summe in diesem Jahr kleiner wird“, sagte Polplatz.

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Die Stadt hatte unter anderem Nistkästen für Vögel aufgehängt, die Eichenprozessionsspinner fressen. Außerdem hängte sie vor allem am Parkfriedhof an für den Hubsteiger schwer zugänglichen Bäumen Fallen für die Raupen auf.

Lediglich auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichtete sie. „Damit würden wir auch Nützlingen schaden“, sagte Polplatz.

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