Noch keine Genehmigung für Umbau des Hotels am Nordberg

dzUnterlagen fehlten

Eigentlich will der neue Eigentümer das Hotel am Nordberg in ein islamisches Mädcheninternat umbauen. Jetzt liegt der zweite Bauantrag bei der Stadtverwaltung vor.

Bergkamen

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das ehemalige Hotel am Nordberg soll in ein islamisches Mädcheninternat umgebaut werden. Eine Baugenehmigung hat der Eigentümer aber auch mehr als zwei Jahre nach dem Kauf noch nicht. Wie Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters auf Anfrage mitteilte, hat die Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft (EMUG) aus Köln, die das Gebäude 2017 gekauft hat, im September erstmals einen Bauantrag für den Umbau des ehemaligen Hotels eingereicht. Diesen Antrag hat die Bergkamener Bauordnung aber nie weiter bearbeitet, weil er nach Peters´ Angaben nicht vollständig gewesen sein. Die Bauordnung habe die fehlenden Unterlagen angefordert aber nicht bekommen. Die EMUG habe lediglich immer wieder eine Fristverlängerung beantragt. Die letzte ist im Juni abgelaufen.

Alter Bauantrag durch neuen ersetzt

Die EMUG habe jetzt den ursprünglichen Bauantrag zurückgezogen und vor wenigen Tagen nach Angaben der Stadtverwaltung durch einen neuen ersetzt. Ob sich die Umbaupläne im zweiten Antrag wesentlich von den Plänen im ersten Antrag abweichen, konnte der Baudezernent noch nicht sagen. „Der Antrag liegt uns erst so kurz vor, dass wir ihn noch nicht prüfen konnten“, sagte er.

Umstrittener Umbau in ein islamisches Mädcheninternat

Der Umbau des Hotels am Nordberg in das islamische Mädcheninternat ist in Bergkamen umstritten. Hinter den Plänen soll die Islamische Gemeinschaft Milli Görus (IGMG) stehen, die am Wiehagen bereits ein Internat für Mädchen unterhält und es offenbar in das ehemalige Hotel verlagern will. Die IGMG wird von vielen kritisch gesehen. Die Gemeinschaft, die in Bergkamen auch eine Moschee unterhält, wird in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet. In Bergkamen ist sie allerdings noch nicht öffentlich auffällig geworden.

Positiver Vorbescheid

Die Stadt hatte keine Möglichkeit gesehen, die neue Nutzung zu verhindern und hatte der EMUG 2017 schließlich einen positiven Bauvorbescheid erteilt. Das bedeutet: Grundsätzlich ist der Umbau in ein Internat möglich.

Versuche der Stadt, dem ehemaligen Eigentümer im Vorfeld einen anderen Käufer zu vermitteln, waren gescheitert. Die Stadt hatte allerdings mit Unterstützung des Stadtrats von ihrem gesetzlichen Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und sich den Vorplatz des Hotels, den „Platz von Wieliczka“ gesichert. Es handelt sich um eine 175 Quadratmeter große Fläche. Die Stadt hatte befürchtet, dass der neue Eigentümer den Platz einzäunen könnte.

Lesen Sie jetzt