Noch kein Weg, um Weltkriegsbomben auf Grimberg 3/4 zu finden

dzGeplante Waldsiedlung

Der Bau der Waldsiedlung auf dem Gelände von Grimberg 3/4 liegt weiter auf Eis. Der Eigentümer, die RAG Montan-Immobilien (RAG MI) sucht immer noch eine Methode, Altlasten zu beseitigen.

Weddinghofen

, 07.08.2019, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Problem vor dem die RAG MI steht, ist immer noch, eine Methode zu finden, mit der sich Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden der ehemaligen Zeche aufspüren lassen. Ohne dass nicht geklärt ist, dass das Gelände auch von solchen Altlasten frei ist, kann es nicht mit Eigenheimen bebaut werden.

RAG MI sucht noch nach geeigneter Methode

„Wir suchen jetzt nach einer Methode, mit der wir möglichst von oben Zugriff auf mögliche Blindgänger bekommen“, erklärt Franz Schwarz, Pressesprecher der RAG MI in Essen. „Von oben“ heißt in diesem Fall: Ohne den Boden abgraben zu müssen. Bisher ist die Suche noch nicht von Erfolg gekrönt. Wie lange Zeit sie noch in Anspruch nimmt, wann der Grundstückseigentümer sich auf die Suche machen kann und wann die Fläche bebaubar ist – dazu wollte Schwarz noch keine Prognose abgeben.

Die RAG MI steht allerdings bei der ehemaligen Zechenfläche auch vor einem besonderen Problem. Die üblichen und bewährten Suchmethoden nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg greifen dort nicht. Wie viele Bergbauflächen ist auch das Gelände der ehemaligen Weddinghofer Zeche aufgeschüttet worden. Die Aufschüttung war allerdings nicht nach kurzer Zeit beendet, sondern besteht aus mehreren Schichten, die vor und nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeschüttet wurden.

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Auswertung von Luftbildern unergiebig

Die Auswertung von Luftbildern der Alliierten, mit der die meisten Blindgänger in Bergkamen gefunden werden, bringt auf Grimberg 3/4 wenig. Das Gelände ist durch die Nachkriegs-Aufschüttungen so stark verändert worden, dass sich Einschlagstellen kaum noch finden lassen. Hinzu kommt, dass sich in dem aufgeschütteten Boden auch Metallteile befinden. Das machte eine Ortung von Bildgängern mit Sonden auf dem Gelände so gut wie unmöglich.

Nach den Luftbildern hat es auf das Gelände von Grimberg 3/4 zwar nur wenig Abwürfe gegeben. Die Zeche lag relativ weit weg vom Hauptziel der alliierten Luftangriffe. Trotzdem sind auch in diesem Bereich Blindgänger nicht auszuschließen.

Das ist in großen Teilen von Bergkamen ohnehin schwierig. Es gibt in der Stadt immer noch knapp 500 Verdachtsstellen, an denen noch Blindgänger aus dem Krieg liegen könnten.

Die sicherste Methode, Kriegsaltlasten auf dem ehemaligen Zechengelände auszuschließen, wäre das komplette Abgraben auf dem ehemaligen Zechengelände. Das würde aber vermutlich sehr hohe Kosten verursachen.

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