Noch immer kein neuer Bauantrag für islamisches Mädcheninternat

dzHotel am Nordberg

Das ehemalige „Hotel am Nordberg“ soll ein islamisches Mädcheninternat werden. Eine entscheidende Voraussetzung für den Umbau fehlt aber immer noch.

Bergkamen

, 21.11.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die „Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft“ (EMUG) aus Köln vor etwa zweieinhalb Jahren das ehemalige „Hotel am Nordberg“ kaufte, schwappte eine Welle der Empörung durch die Stadt. Einige Bürger machten deutlich, dass sie eine solche Einrichtung an einer solchen exponierten Stelle nicht möchten.

Auch die Stadt zeigte ich wenig angetan von dem Vorhaben. Sie versuchte damals, einen anderen Käufer zu vermitteln – vergeblich. Es blieb beim Verkauf an die EMUG.

Erster Bauantrag war unvollständig

Die Aufregung war groß. Passiert ist seitdem aber fast nichts. Die EMUG stellte im Herbst 2018 einen Bauantrag für den Umbau des ehemaligen Hotels, in dem unter anderem auch eine Versicherung und eine Bank Filialen hatten. In dem Bauantrag fehlten allerdings wichtige Unterlagen, die für die Bearbeitung unerlässlich gewesen wären, wie Tim-Felix Heusner, der Leiter der Bergkamener Bauordnung, bestätigte.

Mehrere Fristen verstrichen

Die Stadt setzte der EMUG mehrere Fristen, nachzuliefern, die aber allesamt verstrichen. Daraufhin gab die Stadt den Antrag an den Bauherren in diesem Frühsommer zurück. „Das war damals noch die gesetzliche Regelung“, sagt Heusner. Mittlerweile würde der Antrag einfach verfallen, wenn er nicht korrekt gestellt wird.

Die EMUG hatte damals angekündigt, einen komplett neuen Bauantrag zu liefern. Darauf wartet die Bergkamener Bauordnung bis heute. Signale, wann er gestellt werden soll, gebe es nicht, versicherte Heusner. „Ich habe zurzeit keinerlei Kontakt zur EMUG“, sagte er.

Stadt sichert sich den Vorplatz

Die Stadt hatte beim Verkauf zumindest von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und selbst den „Platz von Wieliczka“ vor dem ehemaligen Hotel gekauft. Sie hatte befürchtet, dass der neue Eigentümer den Platz einzäunen lässt, den sie aber am Nordberg für städtebaulich bedeutsam hält.

Das geplante Mädcheninternat soll der Ersatz für eine ähnliche, aber kleinere Einrichtung in einer ehemaligen Villa am Wiehagen sein. Sie wird schon seit einigen Jahren von der religiös als ultrakonservativ geltenden „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG) betrieben.

Früher wurde die Organisation, die an der Ernst-Schering-Straße eine Moschee betreibt, von mehreren Landes-Verfassungsschutzämtern als verfassungsfeindlich eingestuft und beobachtet. Die meisten Verfassungsschutzämter sind von dieser Einschätzung aber mittlerweile abgerückt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bekannter Kinderliedermacher
Rentier Rudolph, Sternenfänger und Tausendfüßler wollen mit Reinhard Horn singen
Hellweger Anzeiger Vereinsheim vor Wiedereröffnung
Welpenkurs ausgebucht: Nach Brand-Tragödie geht es für die Hundesportler endlich bergauf
Hellweger Anzeiger Paul Hildebrandt AG
Essbares Füllmaterial: Wie eine Verpackungsfirma in Zeiten des Klimawandels wächst