Neun Familien warten auf ihren Paten – und die lernen schon für ihre Aufgabe

Ehrenamtliches Engagement

Das Familienpaten-Projekt kommt gut an in Bergkamen. So gut, dass es mehr Familien gibt, die gerne einen Paten hätten, als ehrenamtliche Helfer. Aber Besserung ist in Sicht.

Bergkamen

, 03.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neun Familien warten auf ihren Paten – und die lernen schon für ihre Aufgabe

Im Pestalozzihaus hat ein neuer Ausbildungskurs für Familienpaten begonnen. Aber auch die schon aktiven Helferinnen werden regelmäßig geschult. © Stefan Milk

Auf der Warteliste der Familienpaten stehen derzeit neun Familien. Aber die dürfen sich Hoffnung machen, dass ihnen bald ein ehrenamtlicher Helfer im Alltag unter die Arme greift. In dieser Woche hat im Pestalozzihaus ein Schulungskurs für neue Paten begonnen. Und immerhin fünf der elf Teilnehmer kommen aus Bergkamen. Drei weitere angehende Paten sind in Werne zu Hause, zwei in Unna und einer in Kamen.

Stadtgrenzenübergreifende Zusammenarbeit

Um ausreichend Teilnehmer für die Kurse zu rekrutieren, arbeiten die Projektbetreuer aus diesen Kommunen mittlerweile zusammen. „Die Paten werden aber Familien in ihren eigenen Städten betreuen“, sagt Kornelia Plancke vom Verein Familiäre Tagespflege. Der koordiniert die Paten-Arbeit in Bergkamen. Und der Bedarf ist da, wie sich an der Warteliste erkennen lässt. Aktuell gibt es in Bergkamen nach Planckes Angaben nur noch zehn aktive Paten. Das waren in der Vergangenheit schon einmal deutlich mehr: „Einige haben aus Alters- oder Gesundheitsgründen aufgehört, andere sind weggezogen“, berichtet Plancke. Es gibt aber auch ausgebildete Paten, die derzeit keine Familie haben, aber gerne wieder eine übernehmen möchten.

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Manche Familien brauchen keine Paten mehr

Dass so eine Betreuung ausläuft, kann unterschiedliche Gründe haben. Zum Beispiel, dass die Familie Bergkamen verlassen hat. Oder dass die Kinder inzwischen in die Schule gehen und deshalb der unmittelbare Betreuungsbedarf entfallen ist. Die „familienlosen“ Paten will Plancke nach Möglichkeit noch in diesem Jahr neu vermitteln. Bei denjenigen, die derzeit geschult werden, dauert das noch etwas länger. Es stehen noch fünf Kursabende an. „Der letzte ist für den 5. Dezember geplant“, sagt Plancke. Da die Schulung gerade erst begonnen hat, können sich Kurzentschlossene noch zum Familienpaten ausbilden lassen. Allerdings ist für die Teilnahme an der Schulung ein gewisses Maß an Mobilität vonnöten.

Kontakt

Familienpaten gesucht

Wer sich über das Projekt Familienpaten informieren will, kann sich an die Familiäre Kindertagesbetreuung in Bergkamen an der Töddinghauser Straße wenden. Ansprechpartner sind Simone Pelzer und Kordula Plancke. Sie sind unter Tel. (02307) 280633 oder Tel. (02307) 9169767 zu erreichen oder via E-Mail an buero@famkitabe.de

Unterricht in verschiedenen Städten

Der Unterricht wird an verschiedenen Orten in den beteiligten Kommunen angeboten. Plancke rechnet damit, dass die neuen Paten zu Beginn des neuen Jahres einsatzbereit sind. Aber da sie alle inzwischen kennengelernt hat, kann sie sich schon einmal Gedanken darüber machen, welche Familie zu ihnen passen könnte. Denn natürlich muss die Chemie zwischen beiden Seiten stimmen. Bisher habe man aber noch für jeden Paten eine Familie gefunden, meint Plancke. Und sie ist optimistisch, dass das auch so bleibt.

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