Neujahrsempfang 2019 in die Schützenheide verlegt

dzPlatznot im Ratstrakt

Der Ratstrakt stößt bei größeren Veranstaltungen an seine Grenzen. Deshalb verlegt die Stadt den Neujahrsempfang im Januar an einen anderen Ort.

Bergkamen

, 18.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Wenn die Stadt Bergkamen im kommenden Jahr für Sonntag, 13. Januar, 11 Uhr, zu ihrem Neujahrsempfang einlädt, begibt sie sich fast schon auf exterritoriales Gebiet. Der Neujahrsempfang ist diesmal in der neuen Halle an der Schützenheide. Die Halle liegt zwar auf Bergkamener Stadtgebiet, gehört aber dem Schützenverein Kamen und ist – zumindest gefühlt – eher eine Kamener Einrichtung als eine Bergkamener. Der Grund für den Ortswechsel ist relativ einfach: Die Schützenhalle ist wesentlich größer als der Bergkamener Ratstrakt. in den Bürgermeister Roland Schäfer in den vergangenen Jahren eingeladen hatte. Die Liste der geladenen Gäste wurde von Jahr zu Jahr länger und der Ratssaal stieß an seine Kapazitätsgrenze. Er ist nur für 199 Menschen zugelassen und es drohten zuletzt deutlich mehr zu werden – zumal die Stadt auch nicht kontrollieren wollte, ob alle Bergkamener, die kommen, tatsächlich eine Einladung haben.

Zu viele Barrieren im Ratstrakt

Hinzu kommt, dass der Ratstrakt als Veranstaltungsort nicht mehr zeitgemäß ist – denn er ist alles andere als barrierefrei. Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer sind darauf angewiesen, einen Platz im ebenerdigen Sitzungssaal zu bekommen. Die Zuschauertribüne befindet sich im ersten Stock und ist ausschließlich über die Treppe zu erreichen. Die Sanitäranlagen sind im Keller und sind nur sehr umständlich von außen herum über eine Rampe zu erreichen, wenn Besucher die Treppe nach unten nicht bewältigen können. Hinzu kommt, dass das Catering an der Schützenheide einfacher zu bewältigen ist: Essen und Getränke müssten nicht von einem Unternehmen geliefert, sondern könnten direkt vom Restaurant nebenan bezogen werden, meint Schäfer. „Deshalb wollen wir die Schützenhalle in diesem Jahr einmal ausprobieren“, sagt der Bürgermeister.

Der Auszug aus dem Ratstrakt ist aber möglicherweise zeitlich begrenzt. Schon der Baudezernent und Erste Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters hatte den baulichen Zustand des Ratstraktes beklagt. Es sei eigentlich nicht zu akzeptieren, dass der Ort demokratischen Handelns in der Stadt nicht barrierefrei erreichbar sei, hatte er gesagt. Menschen mit einer Gehbehinderung haben in der Tat nicht nur Probleme auf die Zuschauertribüne zu kommen, sondern können auch kaum an den öffentlichen Sitzungen von Ausschüssen in den beiden Sitzungssälen im Obergeschoss teilnehmen.

Schäfer geht davon aus, dass die Stadt auch den Ratstrakt gründlich neu gestaltet, wenn sie das Rathaus in einigen Jahren saniert oder sogar komplett abreißt und neu baut. An einen kompletten Abriss des Ratstrakts sei zwar nicht gedacht. Eine gründliche Umgestaltung sei aber notwendig – damit er barrierefrei wird und mehr Menschen Platz bietet,

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