Im geplanten neuen Bad sind zwei Mehrzweckbecken für Reha-Sport und Schwimmkurse vorgesehen. © Architekturbüro Krieger
Kommentar der Redaktion

Neues Schwimmbad: Die Entscheidung sollte nicht noch länger warten

Man kann die für den 25. August anberaumte Sondersitzung des Rats als Versuch des Bürgermeisters sehen, den Beschluss zum Bad noch schnell durchzudrücken. Es gibt aber auch gute Gründe zur Eile, findet unser Autor.

Auf den ersten Blick wirkt es durchsichtig, dass Bürgermeister Roland Schäfer noch vor der Kommunalwahl eine Sondersitzung des Stadtrats anberaumt, um über die Finanzierung des geplanten neuen Bergkamener Hallenbades entscheiden zu lassen. Angesichts der politischen Großwetterlage ist es nicht unwahrscheinlich, dass die SPD ihre absolute Mehrheit im Rat verliert – und sie ist wie der Bürgermeister für das neue Bad.

Andererseits wird sich aber auch der neue Rat mit großer Sicherheit für den Bau aussprechen. Die CDU will zustimmen, wenn die Zahlen sie überzeugen. Zumindest SPD und CDU werden gemeinsam auch nach der Kommunalwahl eine Mehrheit haben. Da mögen die Grünen noch so sehr hoffen, dass es doch noch in Bergkamen und Kamen eine Mehrheit für ein Zentralbad gibt. Das mag früher eine gute Idee gewesen sein. Mittlerweile ist der Zug aber abgefahren.

Die Entscheidung für ein Zentralbad würde sicherlich Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen. Danach müsste die Planung noch einmal ganz von vorn beginnen. Es ist überhaupt nicht absehbar, wann Baubeginn sein könnte.

Mittlerweile aber drängt die Zeit. Spätestens seit der Kreis Unna die Nutzung des Bades an der Bodelschwinghschule beschränken musste, herrscht in Bergkamen der befürchtete Mangel an Wasserflächen, zum Beispiel für Schwimmkurse und den Reha-Sport. Vor diesem Hintergrund ist doch Eile geboten.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann
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