Die Stadt will ein Planungsbüro beauftragen, ein „integriertes Handlungskonzept“ für die Stadtmitte aufzustellen. Das Konzept soll vier Schwerpunkte im Innenstadtbereich haben.

Bergkamen

, 02.10.2018, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vordergründig geht es bei dem Handlungskonzept vor allem um Geld. Ein solches Handlungskonzept ist die Voraussetzung dafür, dass Bergkamen überhaupt Mittel aus Fördertöpfen für die Innenstadtentwicklung bekommt. „Die Mittel sind knapp bemessen. Ohne ein solches Konzept würden wir auf jeden Fall leer ausgehen“, macht der Beigeordnete und Kämmerer Marc Alexander Ulrich deutlich.

Neues Konzept für die Entwicklung der Innenstadt

Der Nordberg soll zum Stadtteilzentrum entwickelt werden. Nicht nur die Leerstände sind dort ein Problem. © Borys Sarad

Defizite in der Innenstadt


Grundsätzlich aber geht es darum, dass die städtischen Planer eine ganze Reihe von Defiziten im sogenannten Bergkamener Innenstadtbereich ausgemacht haben. Am Nordberg zum Beispiel hat sich ein nicht unproblematisches Gemisch aus vielen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, kinderreichen Familien, vielen Alleinerziehenden und Menschen gebildet, die auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Der Bereich um das Hallenbad an der Lessingstraße muss neu überplant werden, weil das Bad nicht mehr benötigt wird, wenn das neue Kombibad am Häupenweg fertig ist. Das sogenannte „Rathausviertel“ – die ehemalige Bergkamener City mit den Turmarkaden – weist nach Meinung der Planer noch städtebauliche Defizite auf. Hinzu kommt das Gelände der ehemaligen Zeche Monopol an der Erich-Ollenhauer-Straße. Dort muss die Zukunft des unter Denkmalschutz stehenden Förderturms samt seiner unmittelbaren Umgebung noch geklärt werden.

Neues Konzept für die Entwicklung der Innenstadt

Das Hallenbad und die öffentlichen Gebäude im Umfeld werden abgerissen, wenn das neue Bad fertig ist. © Borys Sarad

Überall Handlungsbedarf


Ulrich sieht an allen vier Stellen Handlungsbedarf, aber auch die Chance, die Stadt weiterzuentwickeln. Dabei geht es am Nordberg vor allem darum, wie sich der Bereich um die Fußgängerzone künftig entwickeln soll, nachdem ihn der Stadtrat schon vor einiger Zeit vom Teil des Stadtzentrums zum Stadtteilzentrum für den Ortsteil Bergkamen-Mitte zurückgestuft hat. Dort hält sich zwar immer noch Einzelhandel. Aber vielfach ist er schon von Dienstleistern verdrängt worden – oder die Ladenlokale stehen ganz leer.

Auch im „Rathausviertel“ – nach der Definition der Stadt mittlerweile das alleinige Stadtzentrum – geht es zum Teil darum, neue Ideen für das Zentrum zu entwickeln. In anderen Städten vergleichbarer Größenordnung hat der Einzelhandel Probleme – unter anderem durch den Online-Handel und die Konkurrenz durch die Großstädte in der Umgebung. Bei dem integrierten Stadtmittekonzept soll es deshalb darum gehen, die Innenstadt als sozialen Treffpunkt zu stärken. Dafür sieht Ulrich angesichts der zahlreichen zentralen Einrichtungen wie Rathaus, Busbahnhof, Sparkasse oder eines neu gebauten Einkaufszentrums Turmarkaden gute Voraussetzungen. Ziel könnte es sein, Gastronomie und andere Treffpunkte anzusiedeln.

Beim Hallenbad-Bereich geht es darum, eine Nachfolgenutzung zu planen. Der Bereich biete gute Chancen, sagte Ulrich. Er liege ruhig, aber trotzdem zentral.

Das Gelände der ehemaligen Zeche Monopol gehört wegen der Nähe zur Innenstadt ebenfalls zum Konzept. Dort soll es unter anderem darum gehen, einen Gewerbepark als Ideenschmiede zu entwickeln, die an die Bergbau-Vergangenheit des Standorts anknüpft.

Neues Konzept für die Entwicklung der Innenstadt

Die Monopol-Fläche mit dem Fördergerüst soll zu einem innovativen Gewerbepark werden. © Borys Sarad

Konzept ist wahrscheinlich erst 2020 fertig

Bis das integrierte Handlungskonzept für die Bergkamener Mitte aufgestellt und verabschiedet ist, wird noch einige Zeit vergehen. „Es ist zurzeit noch nicht klar, ob es im Jahr 2019 schon fertig ist“, sagte der Beigeordnete. Die Stadt habe sich bisher bewusst keinen Zeitplan vorgenommen, damit das Konzept in Ruhe entwickelt werden kann. Unter anderem ist vorgesehen, auch die Bürger intensiv zu beteiligen. Sie sollen ihre eigenen Ideen und Vorstellungen mit in den Planungsprozess einbringen können.

Hinzu kommt, dass die Stadt das Konzept nicht allein entwickeln kann. Die Bezirksregierung als die Stelle, bei der die Stadt später Fördermittel beantragt, muss in das Aufstellen des Konzepts mit eingebunden sein. Die Stadt müsse die einzelnen Schritte immer wieder mit der Behörde in Arnsberg abstimmen, sagte Ulrich. Entsprechend viel Zeit werden vergehen, bis der erste Entwurf des Stadtmittekonzepts für die Beratung in den städtischen Gremien wie bau- und Stadtentwicklungsausschuss vorliegt.

Auch nachdem das Konzept beschlossen ist, soll es keine starre Leitlinie sein. Ulrich spricht von einem „dynamischen Prozess“: Bei der Umsetzung soll das Konzept immer wieder an aktuelle Veränderungen in der Stadt und bei den äußeren Rahmenbedingungen angepasst werden.

Am Anfang der Arbeit steht ohnehin eine umfassende Analyse des Ist-Zustades im Innenstadtbereich.

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