Neues Bad: Bürgermeister will Entscheidung, wenn alle Zahlen vorliegen

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Wenn es nach Bürgermeister Roland Schäfer geht, soll der Stadtrat nicht bis nach den Kommunalwahlen mit einer Entscheidung über das neue Bad warten. Dafür ist er auch zu einer ungewöhnlichen Aktion bereit.

Bergkamen

, 23.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürgermeister Roland Schäfer hält nichts davon, mit dem Beschluss über das neue Bergkamener Ganzjahresbad bis nach den Kommunalwahlen zu warten. „Je länger wir warten, um so höher werden die Baukosten“, sagt er. Wenn die Entscheidung nicht bis zu den Wahlen im September fällt, würde es vermutlich bis zum nächsten Jahr dauern, bis eine Entscheidung fällt. Der neu gewählte Rat tritt erst am 4. November zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

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Es ist unwahrscheinlich, dass er sich dann schon mit dem Bad beschäftigt, weil viele Formalien auf dem Programm stehen. Für den alten Rat sind zwar noch drei Sitzungen vorgesehen. Für die Sitzung an diesem Donnerstag, 25. Juni, käme die Entscheidung wohl zu früh. Das Architekturbüro Krieger aus Velbert und die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) haben die Pläne für das neue Bad erst in der vergangenen Woche vorgestellt.

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Ansichten vom Entwurf des geplanten neuen Bergkamener Bades

Das Architektur Krieger aus Velbert hat die Entwürfe für das neue Bergkamener Ganzjahresbad am Häupenweg vorgestellt. Der Stadtrat muss der Finanzierung aber noch zustimmen.
22.06.2020
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So soll der Weg zum Eingang des Bades aussehen. In den Klettertürmen verbirgt sich die Be- und Entlüftung des Bades.© Architekturbüro Krieger
Der Blick von der Eingangshalle aufs Erlebnisbecken und den Liegewiesenbereich hinter dem Bad. In der Halle soll es Tische und Stühle geben. Besucher können sich etwas aus der Gastronomie holen. Möglicherweise ist auch eine öffentlich zugängliche Außengastronomie geplant. © Architekturbüro Kreiger
Der Empfang, an dem Besucher Eintrittskarten kaufen und sich informieren können.© Architekturbüro Krieger
Das Bad soll ein eigenes Becken für den Sprungturm bekommen. Es lässt sich auch als Kursbecken nutzen.© Achitekturbüro Krieger
Das 25-Meter-Schwimmbecken soll sechs Bahnen haben.© Architekturbüro Krieger
Das Kurs-Becken das vor allem für den Reha-Sport gedacht ist. Es soll sich dank Hubboden auch in ein Kinderplantschbecken mit Zugang zur Liegewiese verwandeln lassen.© Architekturbüro Krieger
Das Erlebnisbecken soll unter anderem Nackenduschen bieten und vor allem Freizeitnutzer ins Bad locken.© Architekturbürp Krieger
Die Rückansicht des Bades mit Liegewiese. Ganz rechts ist die Doppelrutsche zu sehen, die von den Architekten vorgeschlagen wird.© Architekturbüro Krieger
Im Kleinkinderbereich soll es außer dem Plantschbecken diverse Wasserspiele geben.© Architekturbüro Krieger
Der Lageplan des neuen Bades.© Architekturbüro Krieger

Keine geeignete Ratssitzung mehr, die schon einen Termin hat

Die beiden Sitzungen des alten Rates am 24. September und am 29. Oktober kommen auch nicht in Frage. Der Rat hat nach den Kommunalwahlen am 13. September dann keine demokratische Legitimation mehr. Die Sitzungen sind ohnehin nur geplant, weil es Beschlüsse gibt, die der Rat formal in dieser Zeit fassen muss. Strittige Punkte dürften nicht auf die Tagesordnung kommen.

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Schäfer erwägt deshalb, den Rat im August, wahrscheinlich unmittelbar nach den Ferien, zu einer Sondersitzung zusammenzurufen. Vorher will er rechtzeitig Zahlen liefern, wie die Stadt die Investitionskosten in Höhe von etwa 28 Millionen Euro aufbringen kann. Bauherr sind zwar die GSW. Die Stadt stellt aber das Geld in Form von Zuschüssen an die Stadtwerke zur Verfügung.

Der Blick von der Eingangshalle auf das Erlebnisbecken und den Außenbereich. Das Bad soll nicht nur ein Angebot für Schwimmer und Reha-Sportler, sondern auch für Familien mit Kindern haben.

Der Blick von der Eingangshalle auf das Erlebnisbecken und den Außenbereich. Das Bad soll nicht nur ein Angebot für Schwimmer und Reha-Sportler, sondern auch für Familien mit Kindern haben. © Architekturbüro Krieger

Stadt will Zahlen für Investitionen und Betriebskosten nennen

Dieses Modell hat den Vorteil, dass dabei die Mehrwertsteuer gespart werden kann. Sie würde immerhin allein 5,3 Millionen Euro ausmachen. Schäfer sieht kein Problem, die 28 Millionen Euro zu beschaffen. Einen Teil habe die Stadt als Guthaben auf der Bank. „Dafür bezahlen wir sogar noch Zinsen“, sagte er. Den Rest können sie als fast Null-Prozent-Finanzierung aufnehmen. Zudem handle es sich um investive Kosten. Mit anderen Worten: Das Geld ist nicht weg, sondern es entsteht in Form des Bades ein Gegenwert.

Hinzu kommt eine Aufstellung der Betriebskosten. Die GSW gehen davon aus, dass die Betriebskosten für alle ihre Bäder von zurzeit insgesamt etwa 5,5 Millionen auf 4,2 bis 4,4 Millionen Euro im Jahr sinken werden, wenn die neuen Bäder in Bergkamen und Kamen fertig sind. Von diesem Verlust muss Bergkamen gemäß seinem Anteil an den GSW laut Konsortialvertrag 42 Prozent tragen.

Pläne, die Verluste nach ihrer tatsächlichen Höhe pro Bad unter Bergkamen, Kamen und Bönen aufzuteilen, waren am Einspruch des Finanzamtes gescheitert.

Wenn es zur Abstimmung kommt, ist für Schäfer selbst klar, wie er stimmt: Er will sich für den Bau des Bades aussprechen.

Der Lageplan des neuen Bades. Links oben befindet sich der Wellenbad-Parkplatz und rechts oben die Eishalle. Im oberen Bereich des Gebäudes sind Umkleiden und die Räume für die Schwimmvereine geplant, rechts im oberen Bereich Empfang, Gastronomie und ein Versammlungsraum. Unten sind die Becken (v.l.): Das Becken mit Sprungturm, ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen, ein abgetrenntes Kursbecken, die Doppelrutsche, das Erlebnisbecken und ein Kinder-Planschbecken mit Wasserspielen. Unten ist die Liegewiese mit Spielplatz.

Der Lageplan des neuen Bades. Links oben befindet sich der Wellenbad-Parkplatz und rechts oben die Eishalle. Im oberen Bereich des Gebäudes sind Umkleiden und die Räume für die Schwimmvereine geplant, rechts im oberen Bereich Empfang, Gastronomie und ein Versammlungsraum. Unten sind die Becken (v.l.): Das Becken mit Sprungturm, ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen, ein abgetrenntes Kursbecken, die Doppelrutsche, das Erlebnisbecken und ein Kinder-Planschbecken mit Wasserspielen. Unten ist die Liegewiese mit Spielplatz. © Architekturbüro Krieger

Bedenken auch wegen der noch unklaren Corona-Auswirkungen

Teile der Ratsfraktionen haben jedoch vor allem wegen der noch unklaren Auswirkungen der Corona-Krise auf den städtischen Haushalt Bedenken. Sie fürchten hohe Kosten und eine starke Konkurrenz durch die Bäder in den umliegenden Kommunen. Schäfer sieht jedoch keine Alternative. In die veralteten, bestehenden Bäder zu investieren, bringe nichts. „Dann muss die Politik klar formulierten, dass Bergkamener Schüler und Vereine in den umliegenden Städten schwimmen sollen“, sagte er.

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