Neuer Radweg mit Beleuchtung – aber ohne Brücke in der Wasserstadt

dzRadverkehr

Bergkamen und Lünen bewerben sich gemeinsam um die Fördermillionen für den Radweg vom Lüner Hauptbahnhof bis nach Rünthe. Eine wichtige Anbindung kann aber vorerst nicht geplant werden.

Bergkamen

, 27.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bergkamen und Lünen soll künftig ein gut ausgebauter Radweg verbinden: Die beiden Städte bewerben sich gemeinsam um Bundes-Fördermittel aus dem Programm „Klimaschutz durch Radverkehr“, die ihnen bereits in Aussicht gestellt sind. Wenn der Radweg gebaut wird, fehlt jedoch vorerst ein wichtiges Element: Die geplante Radlerbrücke von der Wasserstadt Aden in Richtung Rotherbachstraße wird es nicht geben.

Die Bergkamener Planer haben noch einmal hingeschaut und alles durchgerechnet. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass das Bauwerk für Radler nicht allzu praktisch und vor allem sehr teuer würde.

In dem Bereich vor dem Förderturm sollte die Fahrradbrücke von der Wasserstadt zur Rotherbachstraße gebaut werden. Dort hat die Stadt sogar ein passendes Grundstück. Die Konstruktion der Brücke wäre jedoch zu aufwendig und ihr Preis zu hoch.

In dem Bereich vor dem Förderturm sollte die Fahrradbrücke von der Wasserstadt zur Rotherbachstraße (l.) gebaut werden. Dort hat die Stadt sogar ein passendes Grundstück. Die Konstruktion der Brücke wäre jedoch zu aufwendig und ihr Preis zu hoch. © Michael Dörlemann

Großer Höhenunterschied macht die Brücke unangemessen teuer

Dabei spielt vor allem der enorme Höhenunterschied von der Rotherbachstraße zum Wasserstadt-Gelände eine Rolle. Die Brücke müsste nicht nur diesen Höhenunterschied überwinden, sondern noch höher hinaus. Sie müsste auch ausreichend Anbstand zur Oberleitung der Hamm-Osterfelder Bahn haben, die sie überquert.

Jetzt lesen

Damit Fahrradfahrer diesen Höhenunterschied einigermaßen bequem bewältigen können, wären enorm lange Rampen erforderlich, wie Stadtplanerin Christiane Reumke erläuterte. Und die würden die Brücke enorm teuer machen. Die geschätzten Kosten würden sechs Millionen Euro betragen – zu viel, wie Reumke meint.

Deshalb soll die Wasserstadt doch wohl vorerst nur von beiden Seiten durch die geplante Bahnunterführung Rotherbachstraße und über die Jahnstraße an Oberaden angebunden werden. Die Stadt will prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, preisgünstiger eine direkte Anbindung zu schaffen.

Wenn der Radweg gebaut wird, soll es an der Kreuzung Werner Straße/Hafenweg /Rünther Straße es eine Ampel geben, die den Radlern das Überqueren der Straße erleichtert.

Wenn der Radweg gebaut wird, soll es an der Kreuzung Werner Straße/Hafenweg/Rünther Straße es eine Ampel geben, die den Radlern das Überqueren der Straße erleichtert. © Michael Dörlemann

Ampel zur Überquerung der Werner Straße

Vorteile für Radler wird der vier Meter breite und 23,5 Kilometer lange Radweg aber auf jeden Fall haben. Er soll komplett asphaltiert und beleuchtet werden, damit beispielsweise Berufspendler ihn auch im Winter nutzen können. Außerdem soll er helfen, eine für Radler problematische Verkehrssituation zu lösen. An seinem Ende in Rünthe soll es an der Kreuzung Werner Straße/Hafenweg/Rünther Straße eine Ampel geben, damit Radler sicher über die Bundesstraße kommen. Nur wenige Meter weiter soll er auf den geplanten Radschnellweg RS1 auf der Klöcknerbahntrasse treffen.

Jetzt lesen

Möglicherweise soll er auch noch etwas umweltverträglicher werden. Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr regte an, die Beleuchtung mit Bewegungsmeldern auszustatten. Die Lampen würden nur leuchten, wenn ein Radler kommt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Sonderratssitzung im August
Für das neue Hallenbad in Bergkamen zeichnet sich im Stadtrat eine Mehrheit ab
Hellweger Anzeiger Coronavirus
„Teilweise steinzeitlich“: Welche Lehren der Kreis Unna aus der Corona-Pandemie zieht
Hellweger Anzeiger Sicherheit in Kamen/Bergkamen
Bodycams für den Ordnungsdienst: Sieht man die Körperkameras bald in Kamen oder Bergkamen?