Neuer Lebensmut bei den Eigentümern aus den geräumten Häusern

dzTöddinghauser Straße

Die Wohnungseigentümer aus den geräumten Häusern haben wieder Lebensmut. Einige treffen sogar schon Vorbereitungen für die Rückkehr in ihre Wohnung.

Bergkamen

, 05.09.2019, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Günter Luft ist die Erleichterung anzumerken, bei aller Zurückhaltung, die er an den Tag legt. Vor mehr als 110 Tagen musste er die Eigentumswohnung an der Töddinghauser Straße verlassen, in der er zusammen mit seiner Frau Rita lebte. Die Stadt hatte die beiden Wohnhochhäuser, in der die Wohnung der Lufts liegt, wegen Brandschutzmängeln für unbewohnbar erklärt und in wenigen Stunden geräumt.

Seitdem lebt das Ehepaar in einem Ein-Zimmer-Appartement in der städtischen Notunterkunft an der Erich-Ollenhauer-Straße, in direkter Nachbarschaft zu anderen Bewohnern der geräumten Häuser. Alles, was sie unbedingt benötigen, haben die Eheleute auf engstem Raum verstaut, unter anderem unter den Betten.

Auf einem Wandkalender versehen sie seit der Räumung jeden Tag mit einer Nummer, den sie in der Notunterkunft verbringen.

Jetzt werden wohl nicht mehr allzu viele Tage hinzukommen, in denen sie in den städtischen Betten schlafen müssen. Der neue Brandschutzgutachter, der die Häuser am Dienstag im Auftrag der Stadt noch einmal begutachtet hat, geht von drei bis vier Wochen aus, bis die notwendigen Arbeiten ausgeführt sind, damit die Bewohner wieder einziehen können.

Die Bewohner bringen schon die ersten Dinge zurück

„Das halten wir jetzt auch noch aus“, sagt Luft, der seit der Nachricht vom Mittwoch neue Zuversicht geschöpft hat. Bisher hatte das Ehepaar durch die lange Zeit in der Notunterkunft ein wenig der Lebensmut verlassen. Rita Luft war nicht mehr regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen, das sie sonst regelmäßig besucht. Jetzt ist sie zum ersten Mal wieder hingegangen und trifft schon die ersten Vorbereitungen für die Rückkehr in die Wohnung. Sie putzt die Wohnung und bringt schon die ersten Dinge, die es nicht mehr unbedingt benötigt, zurück.

Das Ehepaar nutzt wie alle anderen ohnehin die Besuchszeiten in den Häusern, die ihnen zugestanden sind. Sie gießen die Blumen auf dem Balkon und sehen, ob alles in Ordnung ist.

Wenn es nach Hausverwalter Jörg Berchem geht, kann das Ehepaar Luft und alle anderen Bewohner der beiden geräumten Häuser sehr schnell zurück ins eigene Heim. Die Hausverwaltung werde die Arbeiten „schnellstmöglich“ an Fachunternehmen vergeben, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Der Verwalter hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, dass er schon Angebote eingeholt hat und den Auftrag an die Firma vergeben will, die am schnellsten für die Arbeiten zur Verfügung steht.

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