Neuer Interessent für den Marktplatz Rünthe

dzNach jahrelangem Stillstand

Die Stadt Bergkamen denkt zurzeit nicht daran, den ehemaligen Marktplatz in Rünthe zurückzukaufen. Es soll einen neuen Interessenten für die Fläche geben.

Rünthe

, 19.03.2019, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters gefragt wird, wann die Stadt Bergkamen den ehemaligen Rünther Marktplatz an der Kanalstraße an die „Wohnbau Westfalen“ verkauft hat, kann er kein genaues Jahr mehr nennen. Über 15 Jahre dürften vergangen sein, seit die Stadt die Fläche an die damalige RAG-Tochter verkauft hat, mit der Maßgabe, die Fläche zu sanieren und dort Eigenheime zu errichten.

Seit Jahren hat sich nichts getan

Seitdem hat sich dort nichts getan. Auch die Wohnungsgesellschaft Viva West, in der die Wohnbau Westfalen mittlerweile aufgegangen ist, hat selbst keine Pläne, den Wunsch der Stadt umzusetzen. Die hatte zur Zeit des Verkaufs einen städtebaulichen Rahmenplan beschlossen, der eine Wohnbebauung mit Eigenheimen vorsieht. Ein Weg, der vom Landwehrpark zu Kanal führt, soll erhalten bleiben.

Initiative fordert Rückkauf

Nach so vielen Jahren des Stillstands hat die Bürgerinitiative „Aktionskreis Wohnen und Leben“ gefordert, dass die Stadt die Fläche zurückkauft und selbst entwickelt. Davon will Peters jedoch nichts wissen. Nach seinen Informationen verhandelt die Viva West mit Investoren, die ihr die Fläche abkaufen und den städtebaulichen Rahmenplan umsetzen wollen. „Da werden wir als Stadt jetzt ganz bestimmt nicht mit einem eigenen Angebot reingrätschen“, sagt der Baudezernent.

Neuer Interessent für den Marktplatz Rünthe

Der ehemalige Rünther Marktplatz liegt an der Kanalstraße zwischen dem Landwehrpark und dem Kanalband (l.). Jetzt soll es wieder einen Interessenten geben, der ihn bebauen will. © stepmap

Käufer muss die Fläche sanieren

Auf einen möglichen Käufer kommt aber zunächst einmal die Sanierung der Fläche zu. Dort befand sich früher eine Hausmülldeponie, die wahrscheinlich schon vor dem Ersten Weltkrieg genutzt wurde. Eine Teerfabrik, wie beim vom Aktionskreis am Samstag behauptet, hat es nach Angaben des Anwohners Karl-Friedrich Hoffmann aber dort nie gegeben.

Bodengutachten ist Teil des Kaufvertrags

Schon vor dem Verkauf an die Wohnbau Westfalen hatte die Stadt in einem vom Kreis Unna vorgeschriebenen Raster Bodenproben entnommen. Der Kreis hatte aufgrund dieser Erkenntnisse einen Sanierungsplan entwickelt, den der Eigentümer umsetzen muss, bevor Wohngebäude auf die Fläche gebaut werden können. Das Bodengutachten und der Sanierungsplan habe der Käufer zum Kaufvertrag dazubekommen, erklärte Peters. Auch ein möglicher neuer Eigentümer muss sich daran halten.

Die Wohnbau Westfalen selbst hatte nie Schritte unternommen, um das Gelände zu sanieren und zu bebauen. Sie hatte lediglich einige Eigenheime auf dem ehemaligen Schulsportplatz gebaut und vermarktet,

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