Neuer Herr der Bergkamener Kanalisation jongliert mit Millionen

dzFührungswechsel beim SEB

Der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters ist bald nicht mehr Chef der Stadtentwässerung. Das hängt mit den Millionen-Summen zusammen, die der Unterhalt des Kanalnetzes kostet.

Bergkamen

, 19.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 25. Juni aller Voraussicht nach Dr. Hans-Joachim Peters abberufen. Allerdings nicht als Ersten Beigeordneten, sondern als Betriebsleiter des Stadtbetriebs Entwässerung (SEB).

Nichtsdestotrotz: So eine personelle Änderung an der Spitze eines städtischen Betriebes löst schon mal Spekulationen aus. Die will Bürgermeister Roland Schäfer verhindern: „Es handelt sich nicht um eine Degradierung“, betont er auf Nachfrage.

Zu Peters‘ Nachfolger soll der Rat dessen Beigeordneten-Kollegen Marc Alexander Ulrich wählen. Der ist Kämmerer und versteht etwas vom Geld. Das ist auch der Grund, warum er sich künftig, um den SEB kümmern soll. Dem gehört das städtische Abwasser-Kanalnetz. Das ist 217 Kilometer lang und zu ihm zählen rund 6000 Kanalschächte.

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Der SEB investiert jedes Jahr eine zweistellige Millionen-Summe

Um das in Schuss zu halten, muss der SEB ziemlich viel Geld ausgeben: Für das laufende Jahr plant er mit Ausgaben in Höhe von 16,5 Millionen Euro, für 2021 mit 16,3 Millionen Euro und für 2022 mit 12,8 Millionen Euro. Diese Millionensummen und damit verbundenden Ausschreibungen sieht der Bürgermeister in Ulrichs Verantwortung deutlich besser aufgehoben. Der könne dafür das finanztechnische Wissen der Kämmerei nutzen, meint er.

Beigeordneter Marc Alexander Ulrich (l.) wird Chef des SEB Bergkamen, der Leiter der Kämmerei Volker Marquardt sein Stellvertreter. Beide übernehmen diese Aufgabe nebenamtlich.

Beigeordneter Marc Alexander Ulrich (l.) wird Chef des SEB, der Leiter der Kämmerei, Volker Marquardt, sein Stellvertreter. Beide übernehmen diese Aufgabe nebenamtlich. © Marcel Drawe

Deren Leiter Volker Marquardt wird dann auch stellvertretender Betriebsleiter des SEB. Allerdings wird sich auch weiterhin jemand um die Bergkamener Kanalisation kümmern, der etwas von der Abwassertechnik versteht: Thomas Staschat, der seine Position als Vize-Betriebsleiter behält.

Das Geld kommt von den Bergkamener Bürgern

Die wichtigste Einnahmequelle des SEB sind die Abwassergebühren, die die Bürger zahlen. Die sind in Bergkamen relativ hoch. Das ist auch der Grund, warum die Stadt 1997 einen Betrieb für die Kanalisation gründete, der eigenständig wirtschaftet: Man habe dem Verdacht vorbeugen wollen, dass die Gebühren im allgemeinen Haushalt versickern, sagt der Bürgermeister.

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Der SEB darf keine Gewinne machen. Erzielt er einen Überschuss, müssen spätestens zwei Jahre später die Gebühren sinken. Umgekehrt steigen sie, wenn der SEB mit seinem Geld nicht auskommt und keine andere Ausgleichsmöglichkeit findet.

Das Gehalt des neuen Herrn der Kanalisation belastet den SEB-Etat nicht. Ulrich übt diese Funktion nebenamtlich aus. Gleiches gilt für die Chefposition beim Entsorgungsbetrieb Bergkamen (EBB), der Müllabfuhr: Die behält der Beigeordnete Peters.

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