Neuer Gutachter zu geräumten Häusern widerspricht Einschätzung der Behörden

dzTöddinghauser Straße

Ein von einem Teil der Wohnungseigentümer bestellter Gutachter hält die geräumten Häuser an der Töddinghauser Straße nicht für unbewohnbar. Im Bauausschuss kommt es zu einem kleinen Eklat.

Bergkamen

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei den beiden wegen Brandschutzmängeln geräumten Häusern Töddinghauser Straße 135 und 137 droht ein Gutachterstreit. Der von etwa einem Drittel der Wohnungseigentümer bestellte Gutachter Thomas Albrecht ist zu anderen Ergebnissen gekommen als die Bauordung und der von der Hausverwaltung bestellte Sachverständige. Wie Albrecht am Rande der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr an diesem Dienstag sagte, geht er davon aus, dass die Bewohner relativ gefahrlos in ihre Wohnungen zurückkehren können. Bestehende Brandschutzmängel könnten auch beseitigt werden, während die Bewohner dort lebten.

Baudezernent bezeichnet Räumung als „alternativlos“

In der Sitzung hatte Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters erstmals öffentlich Stellung zur Räumung genommen und die Hintergründe dargestellt. Peters betonte in der Sitzung, dass die Räumung der Häuser „alternativlos“ sei. Bei einem Brand schwebten die Bewohner in Lebensgefahr. Er betonte auch, dass es sein Ziel sei, dass die Bewohner schnell wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können - allerdings erst, nachdem ein Brandschutzkonzept ausgearbeitet und umgesetzt sei. Er versprach, erforderliche Prüfungen so schnell wie möglich durchzuführen.

Eklat in der Einwohnerfragestunde

Zu einem Eklat kam es, als Albrecht in der vorgezogenen Einwohnerfragestunde mehrere kritische Fragen stellen wollte. Unter anderem merkte er an, dass Fotos mit Brandschutzmängeln, die Peters gezeigt hatte, nicht das Wohneigentum, sondern Bereiche zeigten, die zu den Turmarkaden gehören. Peters hatte die Fotos vom Brandschutzgutachter, den die Hausverwaltung gestellt hatte. Als Albrecht nach einer abgestellten Sprinkleranlage fragte, beendete der Ausschussvorsitzende Marco Morten Pufke die Fragestunde und bat Albrecht, die Fragen in einem direkten Gespräch mit Peters zu klären.

Häuser fälschlicherweise nicht als Hochhaus eingestuft

Der Baudezernent hatte noch einmal im einzelnen erläutert, wie es zu der Räumung kam und warum der Krisenstab aus Stadtverwaltung, Brandschutzstelle und Feuerwehr zu seiner Entscheidung kam, das Haus sofort räumen zu lassen. Er musste allerdings auch Versäumnisse der Bauverwaltung eingestehen. Unter anderem hatte die Stadt die beiden Häuser nicht als Hochhäuser eingestuft, in denen regelmäßige Brandschauen notwendig sind. Nach der Definition der Landesbauordnung handelt es sich aber um Hochhäuser. Nach einer Brandschau 2010 wurde nie geprüft, ob Auflagen eingehalten wurden.

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