Neue Hundezählung ist nicht geplant - zumindest vorerst

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Die Zahl der unangemeldeten Hunde scheint wieder zu steigen. Aber die Stadt verzichtet vorerst auf eine neue Hundezählung. Zu sicher sollten sich Hundesteuer-Hinterzieher aber nicht fühlen.

Bergkamen

, 26.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis auf Weiteres werden in Bergkamen keine Hundezähler unterwegs sein. Dabei hatte sich Kämmerer Marc Alexander Ulrich bereits Gedanken gemacht, was er gegen Bergkamener Tierhalter unternimmt, die die fällige Hundesteuer nicht bezahlen. Aber dann kam die Corona-Krise. „Wenn es die nicht gegeben hätte, hätten wir der Politik das Thema im Sommer vorgeschlagen“, sagt Ulrich.

Vor sechs Jahren gab es eine Hundezählung

Dabei könnte er auf ein erfolgreiches Vorbild verweisen. Im Jahr 2014 hatte die Stadt eine Fachfirma engagiert, die die Haushalte kontrollierte und dabei immerhin 348 Tiere entdeckte, deren Halter sie nicht ordnungsgemäß angemeldet hatten. Die Steuereinnahmen stiegen um 33.800 Euro. Bereits im Herbst 2018 hatte Ulrich öffentlich darüber nachgedacht, eine solche Hundezählung zu wiederholen, weil dem Ordnungsdienst zunehmend Hunde ohne Marke und somit vermutlich ohne Steuerzahlung aufgefallen waren.

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„Allein schon die Ankündigung hat einen gewissen Effekt erzielt“, berichtet der Kämmerer. Die Zahl der Hundeanmeldungen im Rathaus sei damals deutlich nach oben gegangen. Inzwischen scheint die Hundesteuerdisziplin allerdings wieder nachgelassen zu haben.

Spätestens zwei Wochen, nachdem man einen Hund angeschafft hat, muss man ihn im Rathaus anmelden. Zum Beweis gibt es eine Hundemarke.

Spätestens zwei Wochen, nachdem man einen Hund angeschafft hat, muss man ihn im Rathaus anmelden. Zum Beweis gibt es eine Hundemarke. © Stefan Milk

Eine wirklich dringende Notwendigkeit sieht Ulrich aktuell für eine neue Hundezählung jedoch nicht. Immerhin sei das ganze ja auch mit einem ziemlichen Aufwand verbunden. Allerdings will er das Thema auch nicht vollständig zu den Akten legen. „Alle fünf bis zehn Jahre sollte man das schon machen“, meint er.

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Allein schon deshalb, um die Hundesteuerhinterzieher nicht in allzu großer Sicherheit zu wiegen. „Je länger man damit wartet, desto mehr nicht angemeldete Hunde erwischt man dann auch“, sagt der Kämmerer. Gleichwohl haben natürlich auch die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes ein offenes Auge für Hunde ohne Marke. Nach Ulrichs Eindrücken führt ein entsprechendes Gespräch mit dem Halter dann auch meist dazu, dass er seiner Steuerpflicht folgt.

Hundesteuer

Ab dem zweiten Hund steigt der Steuersatz

  • Wer in Bergkamen einen Hund hält, zahlt dafür im Jahr 96 Euro.
  • Für zwei Hunde werden 108 Euro pro Tier, für drei Hunde 120 Euro je Tier fällig.
  • Für Hunde, die das Landeshundegesetz als gefährlich definiert, gelten Steuersätze von 420 Euro (ein Hund), 492 (zwei Hunde) bzw. 594 Euro (drei Hunde). Zu zahlen ist der Betrag jeweils pro Hund.

Hunde aus dem Tierheim sind ein Jahr steuerfrei

Laut der Hundesteuersatzung der Stadt muss man das Tier zwei Wochen nach der Anschaffung anmelden. Für Welpen gilt die Meldepflicht, wenn sie drei Monate alt geworden sind. Allerdings gibt es auch ganz legale Wege, einen Hund zu halten, ohne für ihn Steuern zu zahlen zu müssen. Die Steuerbefreiung gilt nicht nur für Blinden- und ähnliche Hilfshunde. Auch Bergkamener, die einen Hund aus dem Tierheim des Kreises Unna aufnehmen, müssen ein Jahr lang keine Abgabe leisten.

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