Neue Erkenntnisse zum Römerlager in Oberaden

Vortrag im Stadtmuseum

Museumsleiter Mark Schrader stellt in einem Vortrag neue Methoden der Geschichtsforschung vor. Sie vermitteln auch neue Erkenntnisse über das Römerlager Oberaden.

Oberaden

10.10.2018, 12:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Erkenntnisse zum Römerlager in Oberaden

Neue Methoden in den Geschichtswissenschaften werfen auch ein neues Licht auf das Römerlager Oberaden. Museumsleiter Mark Schrader hält dazu einen Vortrag.Archiv © Marcel Drawe

Neue Erkenntnisse zum Römerlager Oberaden verspricht der Leiter des Bergkamener Stadtmuseums, Mark Schrader in einem Vortrag, den er an diesem Freitag, 12. Oktober, hält. Im Drususzimmer im Stadtmuseum an der Jahnstraße geht es um Fragen, die eine neue Betrachtung des Römerlagers ergeben habe. Die Geschichtswissenschaften befinden sich zurzeit im Umbruch. Jüngere Wissenschaftler haben sich von bisherigen Dogmen gelöst, altes Wissen neu geprüft und neue Fragestellungen formuliert.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Geschichtswissenschaftler mittlerweile ander Methoden anwenden, als sie früher üblich waren. Sie gehen zum Beispiel detektivisch vor oder greifen gerichtsmedizinische Methoden auf, um der Geschichte auf die Spur zu kommen. Dadurch kämen aktuell immer mehr Forscher – ob Laien oder Professoren – auf neue Fragen an die Geschichte und zu unserem aktuellen Dasein.

Zu den geschichtlichen Standorten in Europa, zu denen Geschichtswissenschaftler neue Fragen stellen gehört auch das größte erforschte römische Legionslager in Europa, in Oberaden. Museumsleiter Mark Schrader stellt das Lager in ein neues Licht. Dabei geht es zum Beispiel um die Größe und die Besatzung. Bisher gingen die Forscher von zwei Legionen mit etwa 12.000 Legionären aus, die im Lager stationiert waren. Schrader macht eine neue Rechnung auf. Das Lager hatte eine Fläche von immerhin 56 Hektar. Das entspricht etwa 60 Fußballfeldern. Damit hätte das Legionslager Platz für drei Legionen, zehn Hilfstruppen-Kohorten, drei Kohorten Prätorianer und weitere Veteranenkohorten gehabt. Das entspräche einer Kampfkraft von 28.000 Mann. Schrader erörtert die Fragen: Kann das sein? Waren Frauen und Kinder im Lager? Wie wurde solch ein Lager versorgt? Und wie lange brauchten die Römer für den Bau eines so großen Lagers?

Zusätzlich als Referent kommt der Wissenschaftler und Lehrer Andreas Wegert von der Universität Köln. Er ist Forscher am Clemens-Sels-Museum Neuss und stellt neue Fragen zu Struktur und Zerstörung des römischen Legionslagers Neuss. Dabei geht es unter anderem darum, ob es möglich ist, mit neuen Methoden und mithilfe alter Grabungsunterlagen die Geheimnisse des Lagers zu lüften. Wegert nimmt die Zuhörer auf einen neuen Weg in der Wissenschaft mit, auf dem es neue Erkenntnisse zum Verlauf der Geschichte gibt.

Einlass zu dem Vortrag ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Schrader bittet Teilnehmer aber um eine Spende.

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